Archiv für 27. November 2006

Kolumne: Sein oder nicht sein?

Mal ehrlich, es gab selten Männern bei denen ich auf Anhieb das Gefühl hatte, ich könnte so sein wie ich wirklich bin. Chaotisch, ein Tollpatsch, betrunken, im Jogging-Anzug oder einfach mal still am Telefon. Aber in Wirklichkeit ist es doch so: Wenn uns Frauen ein Kerl begegnet, den wir auf der Stelle in unsere Höhle schleifen würden, sind wir dann noch so, wie an unseren typischen Single-Sonntagen? Wohl kaum.

Es sind diese Moment, in denen uns ein Kerl anruft, obwohl er gar nicht weiß warum, zumindest sagt uns das sein Verhalten. Denn anstatt uns die Ohren heiß zu reden, wie wir es tun würden, wenn wir irgendwo anrufen, herrscht schnelles Schweigen am anderen Ende der Leitung. Ich verstehe das bis heute nicht ganz, aber wir Frauen glauben sofort diese Lücke füllen zu müssen und fühlen uns verantwortlich. Wir quatschen also die Spezies von Mann zu, um uns nach dem Telefonat zu fragen: Warum hat der Kerl uns eigentlich angerufen? Warum halten wir nicht auch den Mund und lassen ihn im Regen stehen?

Dann sind da noch die auf Pulsfrequenz 160 ausgeführten Putzanfälle, die wir bereits 2 Tage vor unserem Date betreiben, damit der Angebetete auch ja einen guten Eindruck von uns erhält. In dieser Form habe ich das nie von einen meiner männlichen Freunde mitbekommen. Und es ist umso enttäuschender, wenn das Date mal wieder kurz vor Beginn abgesagt wird. Dann doch lieber ne chaotische Wohnung und ein Date, als allein auf der blitze blank geputzten Couch, auf der man sich wie eine alte Ehefrau vorkommt, deren Mann mal wieder auf Geschäftsreise gefahren ist – mit seiner Sekretärin selbstverständlich.

Wir puschen uns auf, kramen unseren Malkasten raus, benutzen das beste Parfüm, rasieren uns die Beine, zupfen gegebenenfalls die Augenbraun, obwohl wir das hassen, legen nach dem Make-up noch Puder auf, weil wir das in einer der vielen Frauenzeitschriften gelesen haben und unseren Teint besonders geschmeidig macht.

Und wofür das alles? Um nach 5 Stunden mit seinem Date rumzuknutschen und das ganze Kunstwerk wieder zu zerstören. Gesetz dem Fall, der Kerl bleibt bei uns, wird er uns früher oder später eh nach dem Aufwachen sehen. Da wäre es doch viel entspannter in seinen Lieblingsklamotten gemütlich bei einem Bier zu sitzen, nicht alle fünf Minuten auf Toilette zu rennen und seinen Anblick zu checken, sondern zu sagen: I am what I am. Nimm mich so wie ich bin. Ob angeheitert oder ein wenig chaotisch beides ist doch im Grunde genommen ganz süß ist, oder?

Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage - und ich bin dafür! Für weniger Silhouette, mehr Weiblichkeit und Stolz, darauf dass wir nicht perfekt sind. Und da draußen wird es sicherlich einen Herzensbrecher geben, der das ganz genauso sieht.

Ein Artikel von Annette Weber

1 Kommentar 27. November 2006

Durchgeknallt: Zum Tode verurteilter Saddam soll zurück auf den Thron

Die spinnen, die Amis: Zuerst mit vollem Idealismus für den Krieg. Dann eine monatelange Suchaktion nach dem Mann, der angeblich mit Massenvernichtungswaffen die Welt an den Rand des Abgrunds hätte treiben können.

Und nun? Jetzt wird die Situation im Golfstaat immer brenzliger. Tausende Menschen sind bereits gestorben. Und weitere Anschläge innerhalb des Iraks werden folgen. Die Lage spitzt sich mehr und mehr zu und die Amerikaner müssen einsehen, dass der Irak zum zweiten Vietnam zu werden droht.

Wie kommen die Iraker auch darauf, sich einen solchen Überfall nicht gefallen zu lassen?

Diese Frage führt in den US-Medien zu immer verrückteren Lösungsvorschläge. Einer jedoch treibt es dabei auf die Spitze: Jonathan Chait, hauptberuflich Redakteur des „New Republic“ (ein Blatt, das den Irakkrieg anfangs völlig unterstützte).

Foto: bush.raus.deDieser fordert nun Saddam Hussein in sein Amt zurückzulassen! Er, der gegen Hussein gehetzt hatte, stellt nun fest, dass der Ex-Herrscher mit seiner Tyrannei vielleicht doch besser sei, als das totale Chaos. Durch Saddam bekomme die Bevölkerung einen „großen psychologischen Schock“ und würde sich selbst zivilisiert verhalten, sagte er in seiner Kolumne in der „Los Angeles Times“.

Nun soll also ein zum Tode Verurteilter einen Staat regieren?

Wo man ihm doch seine grausame, menschenverachtende Regierungszeit als Hinrichtungsgrund angehangen hat.
Aber für Amerika war Logik ja schon bekanntlich des Öfteren ein Buch mit sieben Siegeln…

Ein Artikel von Jan-David Wasem

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Die Welt zu Gast bei Freunden (im Schlafzimmer).

Wo es vor einiger Zeit noch galt, auf keinen Fall zu viel Persönliches im Internet preiszugeben, findet man es heutzutage doch viel zu oft. Die Welt zu Gast bei Freunden könnte das Motto des neuesten Trends im Internet sein: Videos werden hier von privaten Nutzern ins Internet gestellt.

Das Portal YouTube.com macht es vor. Zahlreiche User drehen verrückte Videos (singen, tanzen, …) oder geben ihr Leben preis (oder tun jedenfalls so, als wäre es ihr Privatleben) – und die ganze Internetwelt schaut gebannt zu. Die Konzept-Idee ist genial. Und so werden täglich 65.000 neue Videos und 100 Millionen Clips pro Tag angesehen (Stand: Oktober 2006). Auch beim Konkurrenten MyVideo.com ist es nicht anders.

Foto: YouPorn.comDoch die Generation Voyeur geht weiter. Sogar das private Sexleben wird dem Internetnutzer nicht mehr vorenthalten. Auf YouPorn.com kann man ähnlich dem großen Vorbild seine Videos online stellen bzw. sich als Interessierter gleichzeitig Appetit von anderen holen. Und letzteres wird auch kräftig getan.

Nachdem ein großes deutsches Boulevard-Blatt von dieser Seite berichtet hat, stiegen die Nutzerzahlen rapide an. Man will derzeit weitere Server kaufen, um den Ansturm der Nutzer zu bewältigen. In letzter Zeit gab es drei Server-Ausfälle.

Der Trend geht weiter, weiter und weiter. Komische neue Internetwelt.

Ein Artikel von Denis Kräupziger

1 Kommentar 27. November 2006

Wieso fahren wir rechts und die Briten links?

Sachen gepackt und schnell nach England gedüst, um die besten Einkäufe in der Metropole London zu tätigen oder einfach die schönsten Musicals zu genießen. Doch gerade als deutscher Urlauber hat man bei der Reise zwei Probleme: Auf der einen Seite das britische Essen, das mit zu viel Essig nicht jedermanns Geschmack ist, sowie auf der anderen Seite, das meist schwerwiegendste Problem, der Linksverkehr.

Doch wieso fahren die Briten links und wir auf der - für die Einwohner Großbritanniens - „falschen Seite“? Einige glauben an keinen plausiblen Grund für den Linksverkehr in Großbritannien. „Die Engländer wollten eben eine Extrawurst sein und führten deshalb den linksführenden Verkehr ein.“, so ein User eines Internetforums. Doch auch wenn man den „Inselaffen“ viel zu traut, die Lösung ist eine andere.

Wieso fährt man denn nun auf Englands Straßen links herum?
Der Grund dafür liegt in der Ritterzeit. Im Mittelalter war der Transportweg noch das Pferd. Da die meisten Menschen Rechtshändler waren, hielten sie mit der linken Hand die Zügel und konnten mit der Rechten das Schwert greifen, um bei eventuellen Angriffen schnell reagieren zu können. Im Jahr 1835 wurde die Verkehrsführung gesetzlich durch das so genannte „Highway Act“ geregelt. Ab diesem Zeitpunkt drückte man auch den britischen Kolonien den Linksverkehr auf.

Insgesamt besitzen weltweit 58 Länder diese Fahrtrichtung. In allen anderen Ländern fährt man auf der rechten Seite…

… aber worauf ist der Rechtsverkehr zurückzuführen?
Der Ursprung bei dieser Fahrtrichtung liegt aller Voraussicht nach in der Binnenfahrt. Bei der Schifffahrt paddelte man schon immer rechts. Und da die Ruder der entgegenkommenden Schiffe sich nicht verhaken sollten, setzte man auf den Rechtsverkehr. Man stellte fest, dass dieser Verkehr gut funktionierte und übertrug diese Idee auch auf den Landweg. In der Zeit von Napoleon wurde dann der rechtsführenden Verkehr gesetzlich vorgeschrieben. Auch hier hatte es einen kampfwütigen Hintergrund. Durch diese einheitliche Regelung der Verkehrsordnung sollte im Falle eines Krieges ein Chaos auf den Straßen verhindert werden.

 

Nun sind wir wieder alle etwas schlauer…

Ein Artikel von Denis Kräupziger

1 Kommentar 27. November 2006


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