Kolumne: Ich - die Antiquität
Wenn mich jemand fragt, wie alt ich bin, muss ich oft darüber nachdenken. Ich will ja nicht lügen! Werde ich zu schnell gefragt, behaupte ich meist, dass ich 20 Jahre alt bin. Das korrigiere ich dann auf 23. Und dann fällt mir ein, dass ich schon 24 bin. 24 ½. Bald schon 25!
Ich muss gestehen, dass ich im April ein Vierteljahrhundert alt werde! Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: ein Vierteljahrhundert!
Wahrscheinlich ist also schon mehr als ein Viertel meines Lebens vorbei.
Ich fühle mich aber noch gar nicht so alt. Noch führe ich nicht einmal ein richtiges Erwachsenenleben. Ich habe keine eigene Wohnung, sondern lebe in einer WG, ich besitze kein Auto und habe noch kaum etwas von der Welt gesehen.
Immer mehr Menschen in den Zwanzigern erleben eine “Quarterlife”-Krise. Kündigt sich diese auch bei mir schon an? Ich glaube nicht. Noch nicht. Denn die Ziele, die ich mir als Teenager gesteckt habe, kann ich noch locker verwirklichen. Ich muss nur, wie ich es mir mit 14 fest vorgenommen habe, bis zu meinem 29. Geburtstag einen Doktortitel haben, verheiratet sein, einen Bestseller veröffentlichen, berühmt und reich werden und natürlich schwanger sein, weil ich keine alte Mama sein will. Aber ich habe ja noch massig Zeit. Immerhin bin ich doch erst 23! Ich meine 24. 24 ½.
Ein Artikel von
Nicole Kierer Kommentar hinzufügen 27. Februar 2007