Archiv für 4. März 2007

Darum wollen wir Montagmorgen nie aus den Federn!

Typische Situationen wie “Hallo Morgen Marco! War wohl ´ne lange Nacht - so müde wie du aussiehst?” oder “Schönen Guten Morgen Herr Schmidt. Sie sahen auch schon einmal frischer aus. Sollten das Wochenende lieber zum Schlafen nutzen!” kennen wir wohl alle.

Sie begegnen einem in der Schule oder im Büro. Doch eigentlich liegt es nicht am Schlaf; das Wochenende wurde in den meisten Fällen ausgiebig zum Schlafen genutzt.

Für die Montagmorgen-Müdigkeit sieht der Berliner Internist Ingo Tietze vor allem zwei Gründe: Unsere Gesellschaft gibt uns einen siebentägigen Schlafzyklus vor. Zum anderen der Abbau des aufgestauten Schlafdefizits, der den körpereigenen Rhythmus durcheinander bringt.

Foto: S. Hofschlaeger (pixelquelle.de)Innerhalb der fünf Werktage baut der Mensch ein Schlafdefizit auf. Sechs Stunden Schlaf gelten hier als Minimum zum Erholen; die Mindestwohlfühlmenge liegt sogar bei etwa 7,2 Stunden.

Auf diese Anzahl kommt man unter der Woche aber selten. Der Körper hält dies auf Dauer aber aus und holt am Wochenende den Schlafmangel wieder auf. Das heißt: Schlafen bis zum umfallen. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen gleich: Am Sonntagabend ist man weniger müde als sonst.

Doch die Folgen lassen nicht lange auf sich warten: “Durch die fehlende Müdigkeit schläft man Sonntagabend schlechter ein und wacht nachts öfter auf”, erklärt der Mediziner. Der Erholungsfaktor des Wochenendes sinkt wieder gegen Null.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Hormonhaushalt dem Arbeitszyklus anpasst. In Studien wurde festgestellt, dass ein Mensch, der in einem normalen Sieben-Tage-Rhythmus steckt, in der Nacht vom Sonntag zum Montag gehäuft das Stresshormon Kortisol ausschüttet. Dieses Hormon sorgt für viel Unruhe beim Schlafen. Die Folge: man kann sich nicht erholen.

Frühaufsteher sind besser in der Schule
Der persönliche Schlafrhythmus hat auch auf schulische Leistungen großen Einfluss. Passt der Schulrhythmus zum eigenen Biorhythmus, ist man morgens um 7 Uhr hellwach und wird in seinen leistungsfähigsten Stunden herausgefordert. Nachtaktive Menschen haben das Nachsehen. Diese laufen erst nach 10 Uhr zu Höchstleistungen auf.

Eine Studie zeigt dies ganz deutlich: Demnach haben Frühaufsteher bessere Abiturzeugnisse als jene, die gerne spät zu Bett gehen.

Die innere Uhr lässt sich aber nicht verstellen: Manche Personen sind Lerchen und andere Nachteulen, wie in der Wissenschaft diese Schlaftypen unterschieden werden.
Ein Mittel gegen das Tief am Montag gäbe es nämlich nicht. “Damit müsse man leben”, so Ingo Tietze. Die Forschung hat gezeigt, dass es besser ist das Schlafdefizit nachzuholen. Sonntagfrüh wie jeden Tag um 6 Uhr aus dem Bett zu hüpfen, würde sogar mehr Schaden anrichten.

In diesem Sinne: Gute Nacht.

Ein Artikel von Tanja Noack

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