Weshalb machen wir blau?
In fast jedem Betrieb gibt es Angestellte, die sich vor der Arbeit drücken. “Blau machen” ist für den Chef eine Todsünde - für uns jedoch ein interessantes Thema: Woher kommt dieser Begriff eigentlich?
Im Mittelalter wurden die Stoffe für das einfache Volk meist mit Indigofarben gefärbt, da diese billig und einfach zu verwenden waren. Während der Adel edlere Farben trug, musste sich der einfache Bürger mit trisstem Grau oder eben Indigo-Blau abgeben.
Da die Farbe erst beim Trockenen an der Luft ihren satten Blauton annahm, mussten die Färber die Stoffe vor der Werkstatt auf die Leine hängen. Erst wenn diese trocken waren, konnten die Stoffe weiterverarbeitet werden. Die Zwischenzeit wurde oft für eine ausgiebige Pause genutzt.
Die Färber “machten also blau”, anstatt ihrer sonstigen Arbeit nachzugehen. Daher setzte sich allmählich “Blau machen” als Begriff für das Fernbleiben von der Arbeit durch.
Übrigens: Auch das “Blau sein” kommt von der mittelalterlichen Stofffärberei. Für die Farbherstellung wurde nämlich viel Alkohol benötigt.
Da dieser jedoch zu teuer und zu schade für die Farbmischung war, bediente man sich bei dem eigenen Urin. So wurde in den Färbereien viel gebechert, um die Blase anschließend über den Farbbottich zu erleichten. Die Färber waren irgendwann selber “blau” und prägten somit den Begriff.
Ein Artikel von
Jan-David Wasem 2 Kommentare 5. März 2007