Archiv für 28. März 2007

Wieso kaufen wir “Billy” oder “Göteborg” bei IKEA?

Wenn man Möbel einkaufen will, führt oft kein Weg an IKEA vorbei. Das Möbelhaus bietet nicht nur leckere Hotdogs im Eingangsbereich an, sondern auch ausgefallene Produkte. Besonders ausgefallen sind aber die Namen.

Schließlich kauft man bekanntlich kein Regal, sondern beispielsweise ein “Billy”.

Gründe für die in Deutschland eher sonderlichen Namen gibt es aber schon: Die Angestellten ersparen sich damit die Suche nach langen Artikelnummern und die Kunden können bei Rückfragen besser das Produkt benennen.

Doch die Namensauswahl ist nicht wahllos. Seit den 70er Jahren werden die Namen nun schon nach einem System vergeben.

Foto: Holger WeinandtOrtsnamen wie “Göteborg” bekommen Sofas oder Sessel. Da sich Bademöbel mit der Frische in Verbindung bringen lassen, haben diese Möbel Namen von schwedischen Seen und Flüssen. Nicht zu erklären sind die Namen für Leuchten. Diese stammen aus der Musik, Chemie oder Metrologie.

Ganz altmodisch geht es bei Gardinen und Stoffen sowie Stühlen und Schreibtischen zu. Hier gibt es nämlich eine Geschlechtertrennung. Gardinen und Co. assoziiert man bei IKEA mit schwedischen Mädchennamen wie “Britt”. Eher hart sind Stühle und Schreibtische - deshalb werden diese auch mit Männernamen versehen. Sie heißen nämlich “Jonas” oder “Alfons”.

Durch die Ausweitung des Sortiments mussten sich weitere Regeln ausgedacht werden. Gartenmöbel sind nach schwedischen Inselnamen und Bettwäsche nach Blumen benannt.

Besonders sieht es bei Küchen-Utensilien aus. Die Funktion des Kuchengerätes bestimmt nämlich den Namen. So heißt zum Beispiel ein Schneidebrett “Lämplig”, was übersetzt “zweckmäßig” bedeutet.

Ein Artikel von Denis Kräupziger

1 Kommentar 28. März 2007


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