Anfangs mit Indie-Sound durchgestartet, besteht die Musik heute vorwiegend aus Pop- und Rockelementen: TELE - das sind 6 Jungs aus Baden-Württemberg. Derzeit sind sie mit ihrem dritten Album auf dem Markt. “Wir brauchen nichts” heißt es. Mit drauf ist der Titel “Mario“, mit dem die Band auch beim BundesVision Songcontest antrat.
Wir konnten mit dem Schlagzeuger von TELE, Stefan Wittich, in unserer Reihe “10 Fragen” sprechen…
#1# Ihr habt beim BundesVision Songcontest euer Bundesland Baden Württemberg vertreten. Wie kam es dazu?
Stefan von Tele: Die Redaktion von Stefan Raab kannte uns schon von unserem ersten Album “Wovon sollen wir leben” und hat uns zuerst nach einem Song der alten Platte gefragt. Wir haben ihnen dann mitgeteilt, dass wir ein neues Album machen und “Mario” hatten wir schon fast fertig. Also haben wir Stefan Raab “Mario” geschickt und er fands super.
#2# Das Resultat: der 10.Platz. Was denkt ihr: Was hat euch der Auftritt gebracht?
Stefan von Tele: Sicher eine größere Öffentlichkeit. Wir hatten viele Gästebucheinträge von Leuten, die noch nie was von uns gehört haben und sich jetzt das Album gekauft haben. Dafür ist das gut. Chicks, Kicks und Gigs.
#3# Neben den Gästebucheinträgen: Gab es direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auch Feedback von den Anderen?
Stefan von Tele: Ja “der Untergang des Abendlandes”. Wir waren ja schon davor mit Mia, Beatplanet und Anajo befreundet und haben uns danach gegenseitig bemitleidet.
#4# Wie ihr auf eurer Internetseite schreibt, kümmert sich Francesco bei euch um die Texte. Beschreib doch mal wie ein Song entsteht? Gibt es bei euch bestimmte Rituale?
Stefan von Tele: Ja Francesco kümmert sich und die Texte, wir gießen derweil die Pflanzen. O.K. mal im Ernst. Ja, wir haben ein gegenseitiges Vertrauen, dass aus dem musikalischen Dialog super Songs entstehen. Manchmal jammen wir einfach drauf los, manchmal kommt aber auch einer mit einer vagen Idee oder einem Riff oder einem ganzen Song. Francesco benutzt dann seine Stimme ebenfalls wie ein Instrument. Und die Texte schreibt er später, aber meistens diktiert ihm die erste Idee schon die Geschichte.
#5# Was die Wenigsten wussten: Ihr seid bereits Support-Act von Juli, Wir sind Helden oder Phönix gewesen. Gibt es Bands / Künstler mit denen ihr auch gerne auftreten würdet?
Stefan von Tele: Patrick mit Gillian Welch, Jörg mit Joe Zwaniful, Francesco mit Bob Dylan, Martin mit Prince, Tobias mit Beck, Oli (unserer Mischer) mit Sting und ich mit Me´shell Ndegeocello.
#6# … und mit welchen überhaupt nicht?
Stefan von Tele: Mit Florian Silbereisen (kam gerade im Fernsehen). Da gibt’s natürlich einige. Es gibt auch einfach Musikstile mit denen wir nicht können. Wir finden allerdings auch ein paar Bands eher bescheiden, die von der Musikerpolizei für gut befunden werden.
#7# “Deutschland sucht den Superstar” geht in die Mottoshows. Künstler kommen und gehen hier. Was ist eure Meinung von Castingshows?
Stefan von Tele: Das schlimme an Castingshows ist, dass man sich auf Kosten weniger talentierte Menschen amüsiert und ihre Schwächen zur Schau stellt. Auch Bild und Leben eines Künstlers werden total verfälscht.
#8# Schaut ihr es euch an? Und habt ihr einen Favoriten?
Stefan von Tele: Klar bleibt man da mal für 5min. hängen, aber die Namen haben wir leider nicht am Start. Aber sobald die Umarmungsorgien beginnen, muss ich abschalten.
#9# 2000 habt ihr die Band in Freiburg gegründet. Wie kam es denn zur Bandgründung? Und was hat der Name “TELE” auf sich?
Stefan von Tele: Wir waren Freunde und kannten uns schon länger aus anderen Bands. Tele ist ein relativ unverfänglicher Bandname. Damit bleiben wir natürlich stilistisch handlungsfähig. Mit Tele könnte man theoretisch von Afropop bis Electro alles machen. Bei Slayer, Manowar, Cradle of Filth, Jazzmatazz, Funkyourself, Skatilizer, Disposable Hereoes of Hiphop, Funky Fingers, Skastadt, Destruction, Skaos, Defunkt, Apokalyptica, Haß, Groovin´ etc. verhält sich das sicher ein wenig anders.
#10# Derzeit lebt ihr in Berlin. Ein Titel auf eurem neuen Album heißt “Bye, bye, Berlin”. Was hat es damit auf sich?
Stefan von Tele: Kleiner Sherlock Holmes oder was? Stimmt, Jörg plant nach Grönland auszuwandern. Weil da im Moment einiges geht - Gletschermäßig.
Vielen Dank für das nette Interview vom kleinen Sherlock Holmes.
Neugierig geworden? Wenn Sie weitere Infos zu TELE und dem neuen Album möchten, finden Sie diese auf der offiziellen Seite der Band.
Ihre Meinung ist gefragt: Wie finden Sie die Band TELE und das Interview mit Stefan Wittich? Oder haben Sie weitere Vorschläge für Interview-Gäste? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare.
Ein Artikel von
Denis Kräupziger 29. März 2007
Nachdem am vergangenen Donnerstag der erste Teil der ersten Online Romans erschien, geht es nun weiter mit “Letzte Worte” - eine spannende Geschichte um Jack Dawson. Lesen Sie hier das zweite Kapitel…

2. Kapitel: DIANE
Es war Sonntagabend, genau vor einer Woche, als ich sie traf. Ich hatte den ganzen Vormittag im Bett gelegen und dem Herbstregen gelauscht, der gegen die Scheibe meines Schlafzimmerfensters trommelte. Es gab keine Veranlassung aufzustehen. Ich hatte nichts zu tun und war erst am Abend mit Richard verabredet, der mir seine neueste Eroberung vorstellen wollte. Eigentlich mochte ich es nicht, zu dritt essen zu gehen. Besonders wenn man mit einem Pärchen essen geht, kommt man sich oft überflüssig vor. Aber Richard war unerbittlich gewesen. “Sie ist großartig, du wirst sie mögen”, hatte er mir am Telefon versichert. Das bezweifelte ich. Richard war ein Windhund und sein Interesse für Frauen verebbte meist nach kurzer Zeit wieder.
Nach zwölf Uhr war ich aufgestanden, hatte geduscht, gefrühstückt und bis zum Abend gelesen. Um acht Uhr hatte ich mich auf den Weg ins “Wellingtons” gemacht, einem schicken und völlig überteuerten Restaurant, das nur ein paar Blocks entfernt war, und in dem ich mit Richard und seiner neuen Flamme verabredet war. Es regnete immer noch, als ich aus dem Haus trat. Ich hatte keinen Schirm mit und ging schnell, sodass ich zwanzig Minuten vor der vereinbarten Zeit da war. Der Oberkellner, der sein Haar streng nach hinten gekämmt hatte und eine rote Weste und einen albern wirkenden, gezwirbelten Schnurrbart zur Schau trug, führte mich an einen freien Tisch, der sich in der Mitte des Saales befand. Ich bestellte mir einen Martini und fühlte mich beobachtet. Ständig schaute ich zum Eingang und die Zeit schien sich zu dehnen. Die Geräuschkulisse, die die verhaltenen Stimmen der anderen Gäste bildete, kam mir unwirklich vor. Lachsgeruch drang mir in die Nase und leise klassische Musik rieselte aus den Lautsprechern an der Decke auf mich herab. Dann klingelte mein Handy und für einen kurzen Moment verstummten die Gespräche an den Tischen in meiner Nähe. Ich merkte, wie ich rot wurde. “Ja?”, sagte ich.
“Ja, Jack? Hier ist Richard. Hör zu, alter Junge, es tut mir leid, aber wir müssen unser kleines Essen zu dritt verschieben.” Er klang irgendwie aufgedreht. Im Hintergrund konnte ich das hysterische Lachen einer Frau hören.
“Warum? Ich warte schon eine ganze Weile auf euch. Hättest du nicht eher bescheid sagen können?”
“Nein, ähm. Es hat sich kurzfristig was ergeben, weißt du. Ich erklärs dir nächstes Mal. Sei nicht sauer, okay?”
Und dann hatte er ohne ein weiteres Wort aufgelegt. “Schöne Bescherung”, flüsterte ich vor mich hin. Ich bezahlte den Martini und ging zur Bar hinüber. Dort setzte ich mich auf einen Hocker, von dem aus ich den Eingang sehen konnte, und bestellte mir einen Whisky. Pur natürlich! Meine Laune war schon so nicht besonders gut gewesen, aber nun verspürte ich geradezu ein Gefühl, das fast Wut gleichkam.
Als ich den zweiten Whisky trank, trat eine Frau durch die Eingangstür, und vertrieb mir plötzlich alle Gedanken an Richard aus dem Kopf. Sie fiel mir sofort auf. Sie war mittelgroß, hatte eine blonde Lockenmähne, blasse Haut, ein ernstes Gesicht und schwebte wie ein Geist durch den Saal. Sie ging zum Pult des Oberkellners, sprach mit ihm, machte ein verärgertes Gesicht und ging dann schnellen Schrittes auf die Bar zu. Sie kam direkt auf mich zu und sah mir dabei in die Augen. Es waren blaue, blasse und traurige Augen. Dann stand sie plötzlich wie eine Erscheinung neben mir.
“Ist hier noch frei?”
Ihre Stimme war fester und tiefer, als es ihr schlanker Körper vermuten ließ. Sie trug ein elegantes schwarzes Abendkleid. Ihre Haut kam mir wie Wachs vor.
“Ja, natürlich. Setzen Sie sich ruhig.”
Sie bestellte sich einen Whisky und steckte sich dann eine Zigarette an. Ich fragte mich, warum sie sich ausgerechnet neben mich gesetzt hatte. Schließlich war die ganze Bar frei gewesen. Ihre Nähe ließ mich unsicher werden. Ich kam mir fast schäbig neben ihr vor, in meinem schlichten Anzug. Dann drehte sie sich zu mir.
“Zigarette?”
“Ja, warum nicht.”
Ich nahm sie und sie gab mir Feuer. Ihre Hände waren sehr schlank und perfekt manikürt. Ich sah keinen Ring an ihnen. “Sie sehen aus, als wären Sie versetzt worden”, sagte sie.
“Und Sie?”, fragte ich.
“Ja.”
“Na ja, das hat ja auch sein Gutes. Sonst hätte ich nicht das Vergnügen, mit so einer bezaubernden Frau hier zu sitzen.”
Sie lachte. Es kam mir vor wie der Klang von Kirchenglocken. Rein und klar.
“Wie ist Ihr Name?”
“Jack-” Ich kam nicht dazu, ihr auch meinen Nachnamen zu nennen.
“Jack. Freut mich. Mein Name ist Diane.”
“Okay. Diane. Das ist ein schöner Name.”
Sie lachte wieder.
Wie es weitergeht, erfahren Sie im 3. Kapitel unseres Online Romans “Letzte Worte”. Aufgrund Ostern erscheint Kapitel 3 erst eine Woche später - am 12.April!
Archiv:
1.Kapitel - JACK
Ein Artikel von
Marc Wulfers 29. März 2007