Kolumne: Übergangsmänner
Übergangsmänner sind was Schönes. Nicht unbedingt für sie selbst, aber für uns Frauen auf jeden Fall. Sie werden aber lediglich Gefallen an dieser Rolle finden, wenn sie sich nicht in uns verlieben…
Übergangsmänner brauchen wir dann, wenn uns einer der fiesen Kerle mal wieder das Herz gebrochen hat oder wir uns selbst von einer langen Beziehung verabschiedet haben.
Man ist innerlich noch dabei die vergangenen Wochen und Monate zu verarbeiten. Emotional betrachtet besteht keinerlei Möglichkeit, dass wir uns gleich wieder verlieben, selbst wenn wir meinen, wir könnten es. Aber die verlorene Zuneigung und täglichen Streicheleinheiten fehlen uns sehr und wir wollen einfach nicht allein auf dem Sofa sitzen und uns “Nur die Liebe zählt” reinziehen. Wir wollen einen starken Arm, der sich um uns wickelt und den Abend versüßt.
Wenn man ein recht offener Mensch ist und den ersten Schmerz der Trennung verkraftet hat, fällt es auch nicht mehr so schwer einen neuen Mann kennen zu lernen. Ist dieser gefunden, kann er gleich in die Pole-Position des Übergangsmanns einsteigen und uns auf dieser Fahrt begleiten. Ein wenig gemein ist es schon, aber ich würde mal behaupten, dass mindestens 90 Prozent der Frauen dies unterbewusst und nicht mit böser Absicht machen.
Blöd und kompliziert wird es nur, wenn sich der Auserwählte in uns verliebt und plötzlich von einer gemeinsamen Zukunft schwärmt. Was soll denn das?! - Wenn man mal einen Übergangsmann hat, dann gleich einen der kompliziert ist und uns mit Gefühlen kommt. Wäre er mal früher oder gar nicht aufgetaucht!
Aber da sitzt er nun: Gut aussehend, verliebt drein schauend und die Arme geöffnet, um mit uns auf Wolke 7 zu schweben. An sich der absolute Jackpot, der Traumtyp schlecht hin und das vor allem, weil er sich gerade in UNS verliebt hat. Aber es passiert nichts, die Schmetterlinge fangen nicht an zu tanzen, die Welt erscheint nicht rosarot und “Nur die Liebe zählt” finden wir gerade kitschig und unrealistisch.
Bis wir auf den Trichter kommen, dass wir grade einen Übergangmann neben uns sitzen haben, dauert es ein wenig. Manchmal merken wir es gar nicht, sondern beschäftigen uns stattdessen damit, dem Kerl seine Gefühle wieder auszureden oder flüchten uns in ein “Ich brauche noch ein wenig Zeit”. Dass wir auf die großen Emotionen warten können, bis die Welt untergeht, realisieren wir erst gar nicht.
Schlimm wird es dann, wenn wir wirklich festhängen. Denn der Kerl wäre es wert, keine Frage, doch ihm was vormachen - nein das können wir einfach nicht. Rationales Handeln tritt in den Hintergrund und wir fühlen uns einfach nur schlecht. Denn ausgerechnet dieser Kerl beschließt auch noch, um uns zu kämpfen! Wie oft haben wir uns gewünscht, dass sich ein Kerl mal für uns zum Affen macht und jetzt so was! Eine Zwickmühle aus der wir uns gern heraus schleichen würden, um die vergangenen Tage zu vergessen.
Sollte es dann noch nicht bei uns geklingelt haben, gehören wir wohl zu den 10 Prozent der Frauen, die den Übergangsmann ausnutzen und ihn für den Rest der Frauenwelt versauen.
Wenn wir doch begreifen sollten, was da nicht richtig läuft, wäre es wohl angebracht, ganz eindeutig, mit ein wenig Solidarität und weniger Egoismus, die Sache zu beenden, damit beide ihren Seelenfrieden wieder herstellen können.
Ein Artikel von
Annette Weber Kommentar hinzufügen 10. April 2007
keinen Zuwachs bekommen - und schon gar nicht von einem Mädel.
“Es ist unglaublich, dass man mir so etwas zutraut”, freut sich Maria auf die gemeinsamen Stunden mit Bill, Tom, Georg und Gustav.