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Online Roman “Letzte Worte” - 7. Kapitel: KEIN GRUND ZUR SORGE

Die Geschehnisse um Jack Dawson gehen weiter. Im vergangenen Kapitel kam es endlich zum lang ersehnten Treffen. Jack erzählte ihm alles über seinen ominösen Traum. Wie wird Richard nun reagieren? Lesen Sie es hier…

Letzte Worte - der Online Roman

7. Kapitel: KEIN GRUND ZUR SORGE

Als ich mit meiner Geschichte fertig war, lag Schweigen zwischen Richard und mir. Er hatte sich eine Zigarette angezündet, kratze sich hinterm Ohr und sah zu Boden. Ich hatte die Vorstellung, dass er jeden Moment aufschaut und anfängt zu lachen, aber das tat er nicht. Als er mich wieder ansah, hatte sein Gesicht einen besorgten Ausdruck angenommen.

“Okay”, sagte er.

“Ich muss zugeben, dass deine Geschichte schon etwas seltsam ist. Aber ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll. Ich meine, ich will damit nicht sagen, dass ich dir nicht glaube, aber… es kann viele Erklärungen dafür geben.”

“Ich weiß, Richard. Das ist mir klar. Aber ich hielt es dennoch für besser, es dir zu erzählen. Auch auf die Gefahr hin, dass du mich auslachst.”

“Und du bist dir ganz sicher, dass der Name, den sie geflüstert hat, Richard war?”

“Ja. Das war der Grund, warum ich dich unbedingt sehen wollte. Das und der Traum. Als du vorhin die Namen Diana und Annabella erwähntest, kam mir das einfach zuviel des Zufalls vor. Hast du sie tatsächlich versetzt, als du dich Sonntagabend mit mir treffen wolltest?”

“Ja. Claudia kam überraschend zu Besuch. Du weißt, wie selten ich sie sehe. Ich konnte sie nicht wieder wegschicken.”

Ich wusste, wie sehr er an seiner Schwester hing. Sie wohnte in Phoenix, und so sahen sie sich dementsprechend selten.

“Aber ich hatte Diana angerufen und sie meinte, es wäre kein Problem und wir haben uns einfach für morgen verabredet.”

“Wie hast du sie kennen gelernt?”, fragte ich.

“Sie ist mir buchstäblich in die Arme gelaufen. Ich war im Central Park joggen und habe sie in der Dunkelheit nicht auf mich zukommen sehen. Hab sie umgeworfen. Das war ganz schön peinlich. Ich fragte sie, warum sie Abends allein joggen ging, und betonte, dass das für eine Frau nicht ganz ungefährlich wäre. Sie sagte, dass sie keine Angst hätte. So kamen wir ins Gespräch. Ich bestand darauf, sie zu begleiten und habe ihr dann ein Taxi gerufen, welches sie nach Hause bringen sollte. Am nächsten Abend waren wir essen.”
“Hast du mit ihr geschlafen?”, fragte ich neugierig.

“Nein. Ich war nicht einmal in ihrer Wohnung. Nach dem Essen waren wir spazieren. Sie ist so anders, als die Frauen, mit denen ich mich sonst treffe. Sie erzählte mir von Annabella und wir redeten über New York. Dann sagte sie, dass sie nach Hause müsste, wegen Annabella. Wir haben uns zum Abschied geküsst, das war alles. Ich glaube, dass sie mich wirklich mag. Jedenfalls hat’s mich diesmal echt erwischt.”

“Hat sie dir gesagt, was sie arbeitet, wo sie her kommt, wie sie mit Nachnamen heißt?”

“Nein. Wo du mich jetzt fragst, das hat sie nicht. Und ich habe auch nicht danach gefragt.”

Er machte ein nachdenkliches Gesicht und sagte: “Es war ganz anders, als sonst.”

“Hast du vor, sie morgen wirklich zu treffen?”

“Ja. Auf jeden Fall. Ich muss ständig an sie denken. Ich kann es kaum erwarten, sie wieder zu sehen.”

“Richard, es wäre mir wohler, wenn du absagen würdest.”

Er sah mich entsetzt an. “Warum? Nur weil du dir irgendwas einbildest? Jack, wir leben in New York! Ich muss zugeben, dass die Ähnlichkeit der Namen schon etwas ungewöhnlich ist, aber es gibt nun mal mehr als eine allein erziehende Mutter hier.”

“Und der Traum?”

“Soll das ernsthaft ein Grund sein, mich nicht mit Diana zu treffen? Vielleicht brauchst du ein wenig Urlaub. Oder du solltest mehr unternehmen, unter Leute gehen. Wenn ich so leben würde wie du, würde ich auch irgendwann anfangen zu phantasieren.”

Wahrscheinlich hatte er recht. Ich sah ein, dass ich ihn nicht davon abhalten konnte, sich mit Diana zu treffen. Und ich konnte es ihm nicht verübeln. Würde ich mich aufgrund von Hirngespinsten davon abhalten lassen, mich mit einer Frau zu treffen, in die ich mich verliebt hatte? Nein, sicher nicht.

“Na schön”, sagte ich. “Das verstehe ich. Vielleicht hast du ja recht. Aber würdest du mir dennoch den Gefallen tun, mich anzurufen, nachdem du dich mit ihr getroffen hast?”

“Wenn du so viel Wert darauf legst. Ich hätte dich so oder so auf dem Laufenden gehalten.”

“Und du hältst mich nicht für geistesgestört?”

“Unsinn. Das kommt vor. Du wirst sehen, es besteht kein Grund zur Sorge.”

Er lächelte mich an. Und das brachte mich fast dazu, alle Zweifel in den Wind zu schlagen. Ich verstand, warum die Frauen auf ihn flogen. Er hatte+ das sonnigste Lächeln, das ich kannte.

Und es sollte das letzte Mal gewesen sein, dass ich es sah. Richard lief in sein Verderben und ich hatte nichts dagegen unternehmen können. Außer, ihm dorthin zu folgen…

Wie es weiter geht, erfahren Sie aufgrund des Feiertags erst in zwei Wochen. Das Kapitel 8 unseres Online Romans “Letzte Worte” erscheint somit am: 24.Mai.

Archiv:
1.Kapitel - JACK
2.Kapitel - DIANE
3.Kapitel - ISABELLA
4.Kapitel - KEIN ANRUF
5.Kapitel - NACHTGEDANKEN
6.Kapitel - RICHARD

Ein Artikel von Marc Wulfers

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