Archiv für 23. Mai 2007

Kolumne: Keine Macht der Panikmache!

Der Klimawandel ist zurzeit in aller Munde und der nicht stattgefundene Winter tut sein übriges dazu. Einige Medien berichten, dass die Welt bald untergehen wird. Aber warum jetzt? Weil das Thema anscheinend gerade “in” ist. Bis vor kurzem scherte sich kaum jemand um den Klimawandel - Medien hielten ihn nicht für berichtenswert, Otto Normalmensch machte sich auch keine Gedanken darüber, was wir der Welt antun…

Ich will nicht abstreiten, dass der Mensch langsam die Welt zerstört. Auch nicht, dass wir langsam aber sicher auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Aber das passiert nicht morgen und sehr wahrscheinlich auch nicht in hundert Jahren. Wissenschafter - und auch wir, wenn wir ehrlich sind - wissen das schon seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten. Nervend ist im Moment nur, dass ständig über den Klimawandel und die kommende Katastrophe berichtet wird. Als wäre das Thema völlig neu. Foto: Klimawandel Einige Medien betreiben regelrechte Panikmache und Politiker springen auf den Zug auf, um auf Stimmenfang zu gehen. Es ist zwar gut, dass sich jetzt mehr Menschen mit der Thematik beschäftigen, die Art und Weise wie das geschieht, ist aber falsch. Anstelle von Panikmache sollte umfassend informiert werden, anstelle von polemischen Vorschlägen der Politiker sollte es konstruktive Lösungen geben. Warum wird vorgeschlagen, dass sich zuerst wieder die normalen Bürger einschränken müssen, anstatt bei den größten Umweltverschmutzern - den Konzernen - zu beginnen?

Die Panikmache hat noch eine weitere Folge. Ähnlich wie es schon mit Themen wie dem sauren Regen, der Abholzung des Regenwalds, den menschlichen Katastrophen in Afrika, der atomaren Bedrohung, der Vogelgrippe etc. passiert ist, führt sie zu einer Abstumpfung der Menschen dem Thema gegenüber. Denn sie erlebten, dass nicht alle Wälder durch sauren Regen zerstört wurden, das Klima bis jetzt noch nicht gekippt ist, wir uns noch nicht selbst in die Luft gesprengt haben und es auch keine Vogelgrippepandemie in Europa gegeben hat. Die prophezeiten Folgen konnte niemand hier in Europa spüren. Die Thematik wird in einen dunklen Teil des Gedächtnisses verschoben und taucht höchstens hin und wieder als ungutes Gefühl auf. Trotzdem werden sie uns vielleicht irgendwann treffen. Aber die Menschheit wird nicht wirklich etwas gegen sie unternehmen. Es wird nur Kosmetik betrieben. So lange das Thema en vogue ist, werden Lösungen gesucht und vielleicht einige sogar verwirklicht. Aber irgendwann interessiert sich keiner mehr für sie. Das Thema Klimawandel wird - wie so viele wichtige Themen - ausgelutscht, weggeworfen und vergessen. Bis zu dem Moment, in dem uns die Zukunft einholt!

Ein Artikel von Nicole Kierer

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