Katzenalltag einmal anders: Ein Todesengel auf vier Pfoten
Normalerweise verbindet man mit Katzen süße, kleine, kuschelige Geschöpfe, die nicht viel tun am Tag als Mäuse zu jagen, zu schlafen und zu fressen. Aber im Pflege- und Rehabilitationszentrums “Steere House” hat ein Kater auch noch eine besondere Aufgabe.
Wo sich sonst nur Parkinson-, Alzheimer- sowie andere Patienten befinden, lauert auch seit einigen Jahren ein Kater herum.
Sein Name: Oscar. Seine besondere Aufgabe: Den Tod vorhersagen.
Der Kater legt sich immer in den letzten Stunden vor dem Tod eines Patienten daneben.
In 25 Fällen hatte er bislang Recht behalten.
Mit sechs Monaten fiel dem Personal erstmals das Verhalten des heute zwei Jahre alten Tieres auf. Neuerdings verständigt das Pflegepersonal nun schon immer die Familien der Sterbenden, wenn Oscar das Zimmer betritt.
Dadurch haben die Angehörigen immer noch eine Chance, sich zu verabschieden. Eine Mutter sagte beispielsweise ihrem Sohn: “Der Kater hilft Oma in den Himmel.”
An übernatürliche Kräfte des Katers denkt die Medizinprofessorin aus dem Pflegeheim, Joan Teno, jedoch nicht.
Eine “biochemische Erklärung” muss es dafür geben, meinte sie weiter.
Dennoch glaubt auch sie seit dem 13. richtigen “Treffer” des Tieres, dass Oscar eine große Bereicherung für das Pflegeheim ist.
Alle Pfleger ehrten den pelzigen “Helfer” bereits mit einer Plakette für “mitfühlende Hospiz-Pflege”.
Verwundert über Oscars “Fähigkeit” ist der Kleintierexperte von der “University of Illinois”, Thomas Graves, aber nicht. Er meint es sei natürlich, dass Katzen dies können. “Katzen und Hunde spüren einfach Dinge, die Menschen gar nicht wahrnehmen können”, sagte der Experte weiter.
Ob bewusst oder unbewusst, in jedem Fall ist Oscar für die Pfleger und Angehörigen ein kleiner großer Held.
Ein Artikel von
Maria Hödel 1 Kommentar 31. Juli 2007