Beiträge des Bereiches 'Kolumnen'
Am Samstag erscheint die englische Variante des neuen Harry Potter-Romans von J. K. Rowling in den Bücherläden. Unsere Kolumnistin Nicole Kierer hat sich mal etwas genauer mit dem Ende beschäftigt…
Harry Potter ist tot! Auf diese Nachricht warten seit Jahren Hogwarts-Hasser, denen entweder der kleine Zauberer persönlich oder der Medienhype um ihn gehörig auf die Nerven geht. Für Potter-Fans wäre das der Weltuntergang, schlimmer als ihn die Amerikaner je inszenieren könnten. Zum “Glück” ist Potter aber nicht tot. Noch nicht.
Glaubt man nämlich dem Schauspieler John Dale, der Harry in den
amerikanischen Potter-Hörbüchern seine Stimme leiht, so ist der Zauberer dem Untergang geweiht. Laut Dale, hat J. K. Rowling, die Autorin, schlichtweg die Nase voll vom Potterwahn, der ihr Leben beherrscht. Sie wolle ihn deshalb im finalen siebten Teil der Harry-Potter-Serie sterben lassen. Auch viele Fans befürchten, dass der Zauberer im neuen Buch sterben könnte.
Die Todesmeldung, die ganz Europa erschüttert, ist natürlich kein Marketing-Gag, um neben dem Film auch wieder die Bücher in den Vordergrund zu rücken. Ein Schauspieler plaudert nur aus Jux und Tollerei mit dem “Daily Mirror”. Er will damit weder seine noch Harry Potters Popularität fördern. Wieso sollte er denn die Aufmerksamkeit auf die Autorin und das neue Buch lenken? Beide hatten ja noch nie große Publicity-Maßnahmen notwendig.
Am Samstag erscheint nun die englische Variante des neuen Potter-Romans. Und damit steht vielleicht nicht nur das literarische Ende von Harry Potter fest. Denn nach alter Disney-Tradition ist der Weg von Harry Potter bereits schon in den Bänden eins bis sechs mit Leichen gepflastert.
Darum ist Rowling durchaus zuzutrauen, dass sie Harry über die Klinge springen lässt. In Interviews kündigt sie aber auch die möglichen Tode von Ron und Hermine an. Na, dann warten wir mal gespannt auf das Blutbad!
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Nicole Kierer 19. Juli 2007
Der Klimawandel ist zurzeit in aller Munde und der nicht stattgefundene Winter tut sein übriges dazu. Einige Medien berichten, dass die Welt bald untergehen wird. Aber warum jetzt? Weil das Thema anscheinend gerade “in” ist. Bis vor kurzem scherte sich kaum jemand um den Klimawandel - Medien hielten ihn nicht für berichtenswert, Otto Normalmensch machte sich auch keine Gedanken darüber, was wir der Welt antun…
Ich will nicht abstreiten, dass der Mensch langsam die Welt zerstört. Auch nicht, dass wir langsam aber sicher auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Aber das passiert nicht morgen und sehr wahrscheinlich auch nicht in hundert Jahren. Wissenschafter - und auch wir, wenn wir ehrlich sind - wissen das schon seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten. Nervend ist im Moment nur, dass ständig über den Klimawandel und die kommende Katastrophe berichtet wird. Als wäre das Thema völlig neu.
Einige Medien betreiben regelrechte Panikmache und Politiker springen auf den Zug auf, um auf Stimmenfang zu gehen. Es ist zwar gut, dass sich jetzt mehr Menschen mit der Thematik beschäftigen, die Art und Weise wie das geschieht, ist aber falsch. Anstelle von Panikmache sollte umfassend informiert werden, anstelle von polemischen Vorschlägen der Politiker sollte es konstruktive Lösungen geben. Warum wird vorgeschlagen, dass sich zuerst wieder die normalen Bürger einschränken müssen, anstatt bei den größten Umweltverschmutzern - den Konzernen - zu beginnen?
Die Panikmache hat noch eine weitere Folge. Ähnlich wie es schon mit Themen wie dem sauren Regen, der Abholzung des Regenwalds, den menschlichen Katastrophen in Afrika, der atomaren Bedrohung, der Vogelgrippe etc. passiert ist, führt sie zu einer Abstumpfung der Menschen dem Thema gegenüber. Denn sie erlebten, dass nicht alle Wälder durch sauren Regen zerstört wurden, das Klima bis jetzt noch nicht gekippt ist, wir uns noch nicht selbst in die Luft gesprengt haben und es auch keine Vogelgrippepandemie in Europa gegeben hat. Die prophezeiten Folgen konnte niemand hier in Europa spüren. Die Thematik wird in einen dunklen Teil des Gedächtnisses verschoben und taucht höchstens hin und wieder als ungutes Gefühl auf. Trotzdem werden sie uns vielleicht irgendwann treffen. Aber die Menschheit wird nicht wirklich etwas gegen sie unternehmen. Es wird nur Kosmetik betrieben. So lange das Thema en vogue ist, werden Lösungen gesucht und vielleicht einige sogar verwirklicht. Aber irgendwann interessiert sich keiner mehr für sie. Das Thema Klimawandel wird - wie so viele wichtige Themen - ausgelutscht, weggeworfen und vergessen. Bis zu dem Moment, in dem uns die Zukunft einholt!
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Nicole Kierer 23. Mai 2007
Übergangsmänner sind was Schönes. Nicht unbedingt für sie selbst, aber für uns Frauen auf jeden Fall. Sie werden aber lediglich Gefallen an dieser Rolle finden, wenn sie sich nicht in uns verlieben…
Übergangsmänner brauchen wir dann, wenn uns einer der fiesen Kerle mal wieder das Herz gebrochen hat oder wir uns selbst von einer langen Beziehung verabschiedet haben.
Man ist innerlich noch dabei die vergangenen Wochen und Monate zu verarbeiten. Emotional betrachtet besteht keinerlei Möglichkeit, dass wir uns gleich wieder verlieben, selbst wenn wir meinen, wir könnten es. Aber die verlorene Zuneigung und täglichen Streicheleinheiten fehlen uns sehr und wir wollen einfach nicht allein auf dem Sofa sitzen und uns “Nur die Liebe zählt” reinziehen. Wir wollen einen starken Arm, der sich um uns wickelt und den Abend versüßt.
Wenn man ein recht offener Mensch ist und den ersten Schmerz der Trennung verkraftet hat, fällt es auch nicht mehr so schwer einen neuen Mann kennen zu lernen. Ist dieser gefunden, kann er gleich in die Pole-Position des Übergangsmanns einsteigen und uns auf dieser Fahrt begleiten. Ein wenig gemein ist es schon, aber ich würde mal behaupten, dass mindestens 90 Prozent der Frauen dies unterbewusst und nicht mit böser Absicht machen.
Blöd und kompliziert wird es nur, wenn sich der Auserwählte in uns verliebt und plötzlich von einer gemeinsamen Zukunft schwärmt. Was soll denn das?! - Wenn man mal einen Übergangsmann hat, dann gleich einen der kompliziert ist und uns mit Gefühlen kommt. Wäre er mal früher oder gar nicht aufgetaucht!
Aber da sitzt er nun: Gut aussehend, verliebt drein schauend und die Arme geöffnet, um mit uns auf Wolke 7 zu schweben. An sich der absolute Jackpot, der Traumtyp schlecht hin und das vor allem, weil er sich gerade in UNS verliebt hat. Aber es passiert nichts, die Schmetterlinge fangen nicht an zu tanzen, die Welt erscheint nicht rosarot und “Nur die Liebe zählt” finden wir gerade kitschig und unrealistisch.
Bis wir auf den Trichter kommen, dass wir grade einen Übergangmann neben uns sitzen haben, dauert es ein wenig. Manchmal merken wir es gar nicht, sondern beschäftigen uns stattdessen damit, dem Kerl seine Gefühle wieder auszureden oder flüchten uns in ein “Ich brauche noch ein wenig Zeit”. Dass wir auf die großen Emotionen warten können, bis die Welt untergeht, realisieren wir erst gar nicht.
Schlimm wird es dann, wenn wir wirklich festhängen. Denn der Kerl wäre es wert, keine Frage, doch ihm was vormachen - nein das können wir einfach nicht. Rationales Handeln tritt in den Hintergrund und wir fühlen uns einfach nur schlecht. Denn ausgerechnet dieser Kerl beschließt auch noch, um uns zu kämpfen! Wie oft haben wir uns gewünscht, dass sich ein Kerl mal für uns zum Affen macht und jetzt so was! Eine Zwickmühle aus der wir uns gern heraus schleichen würden, um die vergangenen Tage zu vergessen.
Sollte es dann noch nicht bei uns geklingelt haben, gehören wir wohl zu den 10 Prozent der Frauen, die den Übergangsmann ausnutzen und ihn für den Rest der Frauenwelt versauen.
Wenn wir doch begreifen sollten, was da nicht richtig läuft, wäre es wohl angebracht, ganz eindeutig, mit ein wenig Solidarität und weniger Egoismus, die Sache zu beenden, damit beide ihren Seelenfrieden wieder herstellen können.
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Annette Weber 10. April 2007
In den ersten Wochen einer heranwachsenden Beziehung zwischen zwei frisch verknallten Menschen entscheidet sich einiges in nur wenigen Sekunden. Man spaziert täglich wie auf Drogen durch die Weltgeschichte und bekommt entweder überhaupt gar nichts mehr von seinem Umfeld mit oder reagiert sehr sensibel auf Veränderungen.
Aber noch viel wichtiger als die tausend Schmetterlinge im Bauch ist das aneinander heranpirschen der beiden Hauptdarsteller in Bezug auf das alltägliche Leben. Zum Beispiel das Kennenlernen wie zuverlässig der Andere ist, Vertrauen aufzubauen, ihn morgens nach dem Aufwachen zu beobachten oder nie geahnte Techniken des Zähneputzens zu entdecken.
Für mich persönlich entscheiden die Zuverlässigkeit und das Voranschreiten des Vertrauens über den Aufbau oder schnellen Fall einer Beziehung.
In Zeiten von Handy, E-Mail oder Chats wird das schon vorhandene Verlangen den auserkorenen Liebsten regelmäßig zu kontaktieren noch zusätzlich angeheizt. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden, auf eine geschriebene SMS eine Antwort zu erwarten und das am besten sofort. Geschieht dies nicht, kriechen ins Gehirn, insbesondere ins Weibliche, die ersten Zweifel und Szenarien, warum der Angebetete sich denn nicht meldet.
Sollte man zwischendurch von seinem Trip herunter kommen und über seine ersten Beziehungen nachdenken, fern ab von so viel Technik, bemerkt man schnell, dass das früher sehr viel entspannter war.
Da hat man sich halt einen Tag mal nicht gesprochen oder gesehen - ja und? Das Vertrauen war trotzdem vorhanden. Doch mit der technischen Entwicklung findet auch eine Weiterentwicklung eines Selbst statt - man wird älter, muss ein paar unschöne, zwischenmenschliche Geschichten in seinen Lebenslauf packen und wird vorsichtiger.
Plötzlich reicht es aus, auf eine einzige SMS keine Antwort zu erhalten, um innerlich tausend Tode zu sterben. Dies ist meines Erachtens vor allem ein weibliches Phänomen - Männer scheinen da immer noch so gelassen zu sein wie in der Steinzeit.
Wir Frauen stellen uns Szenarien vor, die selbst Hollywood nicht besser auf die Leinwand bringen könnte. Und was kommt am Ende dabei heraus, wenn sich der Liebste mal nicht gemeldet hat? Eine simple Kleinigkeit, die überhaupt nicht zum Tragen gekommen wäre, hätten wir nicht so durchgedreht.
Aber liebe Männer, ihr kommt hier auch nicht ganz unschuldig aus der Nummer heraus. Denn ihr habt es besonders gut drauf, Dinge zu sagen, die für uns Frauen wie ein Versprechen klingen. Der Spruch: “Ich meld mich morgen!” heißt für uns, ihr meldet euch morgen - Punkt! Und wenn ihr das dann nicht macht, ist die Kacke am Dampfen!
Wieder mal eine Nacht voller Unwohl sein, die neu aufkeimende Beziehung wird in Frage gestellt und die letzten Wochen würde man am liebsten aus dem Gehirn streichen.
Reißt euch doch einfach zusammen und verzichtet auf den Spruch. Dann habt ihr einen netten Abend und wir weniger Kinofilme im Kopf.
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Annette Weber 14. März 2007
Wenn mich jemand fragt, wie alt ich bin, muss ich oft darüber nachdenken. Ich will ja nicht lügen! Werde ich zu schnell gefragt, behaupte ich meist, dass ich 20 Jahre alt bin. Das korrigiere ich dann auf 23. Und dann fällt mir ein, dass ich schon 24 bin. 24 ½. Bald schon 25!
Ich muss gestehen, dass ich im April ein Vierteljahrhundert alt werde! Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: ein Vierteljahrhundert!
Wahrscheinlich ist also schon mehr als ein Viertel meines Lebens vorbei.
Ich fühle mich aber noch gar nicht so alt. Noch führe ich nicht einmal ein richtiges Erwachsenenleben. Ich habe keine eigene Wohnung, sondern lebe in einer WG, ich besitze kein Auto und habe noch kaum etwas von der Welt gesehen.
Immer mehr Menschen in den Zwanzigern erleben eine “Quarterlife”-Krise. Kündigt sich diese auch bei mir schon an? Ich glaube nicht. Noch nicht. Denn die Ziele, die ich mir als Teenager gesteckt habe, kann ich noch locker verwirklichen. Ich muss nur, wie ich es mir mit 14 fest vorgenommen habe, bis zu meinem 29. Geburtstag einen Doktortitel haben, verheiratet sein, einen Bestseller veröffentlichen, berühmt und reich werden und natürlich schwanger sein, weil ich keine alte Mama sein will. Aber ich habe ja noch massig Zeit. Immerhin bin ich doch erst 23! Ich meine 24. 24 ½.
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Nicole Kierer 27. Februar 2007
Es ist schon erstaunlich welche Dinge so passieren, die für einen selbst völlig harmlos scheinen, aber einen anderen Menschen zur Weißglut bringen. Blöd wenn man diese Wut dann irgendwann zu spüren bekommt und nicht so recht weiß, was eigentlich los ist.
Ich weiß jetzt warum ich meine Männerfreundschaften so pflege und dass ihr Männer mit manchen unserer Art gar nicht klar kommen könnt…
Frauenfreundschaften sind im Allgemeinen was Schönes: Man kann sich gemeinsam “Sex and the city” oder “The L-Word” anschauen, ein Weinchen trinken und über Gott und die Welt ablästern, ohne sich sonderlich schlecht dabei zu fühlen. Es gibt Momente da weiß man einfach, dass man sich nah steht, weil man schlicht der gleichen Spezies angehört - der unerklärlichen Spezies Frau. Aber früher oder später kommt das Unvermeidliche: Der Moment in dem ein Zickenkrieg ausbricht.
Ich selbst würde mich als unkompliziert beschreiben - jetzt schreien wahrscheinlich alle Männer auf und rufen: Es gibt keine unkomplizierten Frauen! Aber Fakt ist, wenn ich einer Freundin gegenüber sitze und mich auf einmal wie ein Kerl fühle, stimmt irgendetwas nicht!
Es entspricht im Großem und Ganzen dem Zahnpastatuben-Klischee, was mir passiert ist. Eine einfache Kleinigkeit die nicht in den Kram passt, die für jede zweite Frau kein Grund zur Eskalation wäre, die aber dennoch zur Sprache kommt und eine filmreife Diskussion auslöst.
Man selbst sitzt dort, lächelt ein wenig in sich hinein und schlägt gedanklich seinen Kopf gegen ein passendes Möbelstück. Dann ist der Punkt erreicht in dem man erkennt: Ihr Männer habt es nicht leicht mit uns.
Ganz fatal ist es wenn das Streitobjekt ein von beiden anvisierter Mann ist - da fliegen die Fetzen! Aber was will man machen, wenn der Kerl nun mal kein Auge auf die Freundin geworfen hat, sondern auf einen selbst. Soll man ihn einer Gehirnwäsche unterziehen, damit man sich solidarisch korrekt verhält?
Natürlich sollte man die Grenzen der Freundschaft nicht zu sehr strapazieren, doch manches Mal sollte man sich doch wirklich fragen, was es Wichtigeres auf der Welt gibt.
Da lob ich mir die Männer, da gibt es meistens doch einen ausschlaggebenden Grund, damit sie sich die Köpfe einhauen. Und spätestens wenn sie schweißgebadet und mit zerrissenen T-Shirts auf dem Boden liegen, ist die Luft raus. Sie vertragen sich und gehen zusammen ein Bier trinken.
Aber vielleicht brauchen wir Frauen diesen kleinen, aber feinen Zickenkrieg - schließlich reden wir fünf Mal so viel wie Männer. Da muss man diese geballte Diskussionsfreude ja irgendwo unterbringen!
Doch wenn man als Frau mal unkompliziert ist, wird es mir von den Männern zu wenig geehrt. Denn mal ehrlich: die meisten mehr oder weniger glücklichen Paare haben eine Zicke im Boot.
Also liebe Zicken, nehmt euch ein Beispiel an den Männern, werdet relaxter, das Leben ist einfach zu schön dafür. Und ihr Männer solltet dankbar für eine unkomplizierte Frau sein. Hängt euch also nicht ständig an diese klapperdürren Plappermäuler, die euch euer Dasein zu Hölle machen.
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Annette Weber 5. Februar 2007
Es ist Samstagvormittag und Sie machen wie fast jedes Wochenende einen Bummel durch die Stadt. Vor Ihnen läuft wieder einmal ein glückliches Pärchen. Sie mustern beide aus und der erste Gedanke, der auf kommt, ist: Wie kommt so ein hässlicher Kerl an so eine attraktive Frau? - oder andersherum.
Die Partnerwahl ist ein Buch mit sieben Siegeln. Die folgenden Thesen sollen Ihnen näher bringen, warum man bestimmte Partner auswählt…
1. Zwischen Mann und Frau kann es nur dann bei einer platonischen Freundschaft bleiben, wenn von mindestens einer Seite eine optische Antipathie besteht.
Grundlage hierfür ist natürlich, dass sich beide sympathisch und voneinander angezogen fühlen. Tief im Innern ist der Mensch auf der Suche nach einem Fortpflanzungspartner. Die Optik ist dafür ein wichtiges Kriterium, auch wenn viele sagen, es kommt Ihnen auf den Charakter an. Sind die opitischen Vorstellen erfüllt, steht einer Beziehung nichts mehr im Wege, denn beide wollen kein Single mehr sein. Lehnt aber einer den anderen ab, kommt es nicht zu einem gemeinsamen Mittelweg und alles bleibt rein platonisch, trotz des besten Charakters der Welt.
2. Menschen teilen sich und ihre Mitmenschen in bestimmte Attraktivitäts-Ebenen ein.
Tagtäglich nimmt man seine Umwelt wahr und beurteilt diese. Im Vergleich mit sich selbst, stellt man dabei fest, dass es sowohl attraktivere als auch weniger attraktive Menschen gibt. Dabei kommt es darauf an, in welcher Ebene man sich selbst einordnet. Man wird vorrangig nur in der Eigenen - oder oberhalb von ihr - nach dem Partner des Lebens suchen. Erfolg ist natürlich nicht immer sofort garantiert.
3. Hat man auf seiner eigenen Attraktivitäts-Ebene keine Chance / keinen Erfolg, so nimmt man den nächst besseren Partner.
Dieses Verhalten lässt sich in der Evolution begründen. Getreu dem Motto: Schlechte Fortpflanzung ist immer noch besser als gar keine! Wenn man auf seiner Attraktivitäts-Ebene keinen Erfolg für sich verbuchen kann, sinkt das Selbstwertgefühl. Zweifel kommen auf und man schraubt die Ansprüche herab. Sie geben sich mit Weniger zufrieden, um sich keine Gedanken machen zu müssen. Das steigert wiederum das Selbstwertgefühl immens.
4. Zeigt ein attraktives Gegenüber auf einmal Interesse an einem, so steht man dem im Allgemeinen doch eher skeptisch gegenüber.
“Übermut tut selten gut”, so heißt ein bekanntes Sprichwort. Bei Beziehungen trifft dies ebenfalls zu. Im Laufe der Zeit sammelt jeder mit dem anderen Geschlecht seine Erfahrungen. Dementsprechend kann man seinen „Marktwert“ einschätzen. Personen, deren Attraktivität man höher einschätzt, werden mit Vorsicht behandelt. Ihre Erwartungen sind meist auch viel zu hoch. Zeigt der Traumtyp aber nun Interesse, wird man skeptisch. Oft denkt man nur: „Warum sollte man gerade an mir interessiert sein? Schließlich gibt es viel Attraktivere als mich.“
Dies dient einzig und allein dem Selbstschutz. Schutz vor dem Ausnutzen und dem tiefen und bewussten Fallen in die Unattraktivität.
Wenn Sie also das nächste Mal shoppen gehen und wieder auf diese vermeintlich glücklichen Pärchen treffen, können Sie beruhigt sein und müssen nicht in Depressionen fallen. Auch für Sie ist bestimmt dieses Jahr noch jemand vorgesehen, egal aus welcher Ebene.
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Tanja Noack 16. Januar 2007
Sie ist knackig braun, obwohl sie nie ins Solarium geht. Manchmal präsentiert sie sich in edelster Verpackung, manchmal trägt sie billiges Plastik. An grauen Herbsttagen ist sie mir die liebste Freundin: meine Tafel Schokolade.
Wir kuscheln uns gemeinsam ins Bett, genießen die Wärme und weigern uns es zu verlassen. Wird es ihr zu warm unter der Decke, helfe ich ihr aus ihren Kleidern. Und dann lasse ich sie mir auf der Zunge zergehen.
Es ist eine Hassliebe, die uns verbindet. Ist meine Schokolade nicht da, sehne ich mich nach ihr. Ich vermisse ihren guten Geschmack, das Rascheln, wenn ich sie entkleide, ihre beruhigende Aura und ihren betörenden Duft. Ist sie jedoch da, dann kann ich mich meist nicht lange zurückhalten. Der kleine Sadist in mir dringt an die Oberfläche. Ich halte es einfach nicht, ich muss ihr einfach alle Rippen im Leib brechen. Danach mache ich mich über sie her. Ich habe sie nämlich sprichwörtlich zum Fressen gern.
Wenn ich sie mit Haut und Haar aufgegessen habe, macht sich in mir dieses schöne Glücksgefühl breit. Zufrieden kuschle ich mich in meine Decke und schalte den Fernseher an. Ich bin entspannt und glücklich und bemerke nicht, dass die Schokolade still und heimlich ihren Rachefeldzug beginnt. Sie entsendet Armeen von Fettzellen, die sich auf meinem Bauch, meinem Po und meinen Oberschenkeln verschanzen. Eine Horde von Hautunreinheiten baut ihre Pickel- und Mitesserschlösser in meinem Gesicht auf. Es wird eine Weile dauern, bis ich alle Invasoren vertrieben habe, aber sie ist es wert, die Tafel Schokolade.
Bald lockt wieder die Versuchung und ich werde es wieder tun. Ich bin nämlich eine Serientäterin!
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Nicole Kierer 7. Januar 2007
Irgendwann im Leben eines jungen Menschen geht es los: die Entdeckung seiner sexuellen Attraktivität. Es beginnt meist auf den ersten mehr oder weniger beaufsichtigten Partys mit den Klassenkameraden. Es wird eng umschlugen und außerhalb jedes Taktgefühls mit einander getanzt, Wahrheit oder Pflicht-Spielchen aus dem Ärmel gezogen und wenn man ganz mutig und wenig romantisch ist, holt man sich dabei seinen ersten Zungenkuss ab.
Hat man Glück, dann merkt der dazu auserkorene Schwarm wie toll man ihn findet und entscheidet sich für eine “Beziehung”. Zum ersten Mal werden intensivere Verbindungen geknüpft, die einen Teenager bald zum - in der Bravo ausführlich beschriebenen - Petting führen. Bis zum ersten Mal ist es noch ein wenig hin - zumindest war das noch bei mir so. Heutzutage scheinen mir die jungen Dinger irgendwie Torschlusspanik zu haben und gleich das volle Programm durchzuziehen. Aber gut…
Früher oder später passiert es dann doch bei jedem irgendwie. Ob grauenvoll, super romantisch, schmerzvoll oder einfach mit viel Alkohol im Blut - man wird offiziell in die Riege der Erwachsenen eingeführt und unterscheidet sich abgesehen von unendlich vielen Pickeln im Gesicht nicht wirklich von diesen reifen Besserwissern. Nachdem diese Hürde überstanden ist und man eventuell auch gleich Gefallen daran findet, vollzieht sich das Sexualleben bald von selbst. Petting ist nicht mehr interessant, denn man weiß ja was am Ende dabei herumkommt. Wenn man nun das Glück hat seine erste große Liebe zu finden, kommt man in den Genuss, das neu gewonnene Gut auszukosten. Plötzlich merkt man, da geht ja noch mehr als Blümchensex. Das eine oder andere wird ausprobiert, man lernt über das, doch recht intime Thema “Sex”, offen zu sprechen und vergleicht seine Erfahrungen mit der besten Freundin beim Kaffeekränzchen.
Andere finden nicht gleich das große Glück, sondern machen ihre Erfahrungen in dem sie von einer Affäre in die Nächste stolpern. Am Ende kommt aber das Gleiche dabei raus: man macht viele unterschiedliche Erfahrungen, ob mit einem oder mit verschiedenen Partnern
Irgendwann im jungen Erwachsenendasein, nach ein paar mehr oder weniger peinlichen oder lustigen, sexuellen Erlebnissen, fragt man sich: Wann weiß ich eigentlich das ich gut im Bett bin? Besonders wir Frauen kämen nie auf die Idee nach ein paar heißen Stunden zu fragen: “Na Schatz, wie war ich?” Manche Männer trauen sich das ja tatsächlich - aber gut, das ist mir zum Glück noch nie passiert!
Man kann noch so offen mit dem Thema Sex umgehen, aber so etwas erscheint einem unpassend. Trotzdem möchte man doch gern wissen, wo man hingehört - typisches Schubladendenken eben. Umso schöner wenn man das mal ganz unverhofft einfach ins Gesicht gesagt bekommt: “Du bist eine Bombe im Bett!” Ich kann mir jetzt was drauf einbilden oder an der geistigen Zurechnungsfähigkeit meiner ehemaligen Affäre zweifeln. Ich habe mich dazu entschieden, es dankend anzunehmen, davon auszugehen, dass der Sex mit jedem anderen Partner immer wieder unterschiedlich sein wird und dass es letztendlich doch auf das Gesamtpaket ankommt. Aber zumindest weiß ich nun, dass ich keine Vollniete bin, ist doch schon mal etwas…
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Annette Weber 17. Dezember 2006
Es ist schon seltsam wie klein sich viele Menschen machen. Gut, wir neigen sowieso dazu. Doch ein Erlebnis heute morgen verursachte Stirnrunzeln und ein Lachanfall zugleich. Denn so einfach ist man(n) ein Handy…
Heute früh: Zwei Kollegen von mir saßen sich in der Redaktion gegenüber. Dann passierte was man allzu oft im Alltag erlebt: ein Handy klingelte. Und dann kam der legendäre Satz: „Stopp, ich klingele“. „Wie? Du klingelst?“, fragte ich mich schmunzelnd. Natürlich wusste ich, dass der nette Kollege dem anderen nur darauf hinweisen wollte, dass er nicht extra sein Handy rausholen müsse. Nett, aber komisch ist es trotzdem!
Die Deutschen neigen sowieso dazu, sich selbst zu Gegenständen zu machen. Im Alltag gibt es zig Beispiele dafür:
Das Auto von Herr Mayer steht an einer Laterne. Dann die Frage eines Freundes: Wo hast du denn geparkt? Die Antwort: „Ich stehe an der Laterne“. So, so. Man(n) steht an der Laterne. Zum Austreten oder wie?
Oder auch im Krankenhaus wird der Patient und dessen Krankheit schnell zum Gegenstand gemacht. So hört man oft: „Die Leber liegt auf Zimmer 5“. Urkomische Vorstellung bei der Tatsache, dass eine Leber in einem Zimmer so alleine herumliegt – Wahnsinn!
Und auch der Baumarkt ist oft Bühne dieser ungewollten Komik: Ein Kunde möchte gerne eine Beratung haben und trifft jedoch auf den falschen Angestellten. Dieser verweist dann direkt weiter: „Ich bin Werkzeuge, mein Kollege ist Holz“.
Und, und, und. Menschen machen sich eben nun mal gerne zu Gegenständen – nur den Meisten fällt es nicht auf.
In diesem Sinne: Entschuldigung, ich muss weg, ich klingele…
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Denis Kräupziger 29. November 2006
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