Beiträge des Bereiches 'Specials'
Der Klimawandel ist zurzeit in aller Munde und der nicht stattgefundene Winter tut sein übriges dazu. Einige Medien berichten, dass die Welt bald untergehen wird. Aber warum jetzt? Weil das Thema anscheinend gerade “in” ist. Bis vor kurzem scherte sich kaum jemand um den Klimawandel - Medien hielten ihn nicht für berichtenswert, Otto Normalmensch machte sich auch keine Gedanken darüber, was wir der Welt antun…
Ich will nicht abstreiten, dass der Mensch langsam die Welt zerstört. Auch nicht, dass wir langsam aber sicher auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Aber das passiert nicht morgen und sehr wahrscheinlich auch nicht in hundert Jahren. Wissenschafter - und auch wir, wenn wir ehrlich sind - wissen das schon seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten. Nervend ist im Moment nur, dass ständig über den Klimawandel und die kommende Katastrophe berichtet wird. Als wäre das Thema völlig neu.
Einige Medien betreiben regelrechte Panikmache und Politiker springen auf den Zug auf, um auf Stimmenfang zu gehen. Es ist zwar gut, dass sich jetzt mehr Menschen mit der Thematik beschäftigen, die Art und Weise wie das geschieht, ist aber falsch. Anstelle von Panikmache sollte umfassend informiert werden, anstelle von polemischen Vorschlägen der Politiker sollte es konstruktive Lösungen geben. Warum wird vorgeschlagen, dass sich zuerst wieder die normalen Bürger einschränken müssen, anstatt bei den größten Umweltverschmutzern - den Konzernen - zu beginnen?
Die Panikmache hat noch eine weitere Folge. Ähnlich wie es schon mit Themen wie dem sauren Regen, der Abholzung des Regenwalds, den menschlichen Katastrophen in Afrika, der atomaren Bedrohung, der Vogelgrippe etc. passiert ist, führt sie zu einer Abstumpfung der Menschen dem Thema gegenüber. Denn sie erlebten, dass nicht alle Wälder durch sauren Regen zerstört wurden, das Klima bis jetzt noch nicht gekippt ist, wir uns noch nicht selbst in die Luft gesprengt haben und es auch keine Vogelgrippepandemie in Europa gegeben hat. Die prophezeiten Folgen konnte niemand hier in Europa spüren. Die Thematik wird in einen dunklen Teil des Gedächtnisses verschoben und taucht höchstens hin und wieder als ungutes Gefühl auf. Trotzdem werden sie uns vielleicht irgendwann treffen. Aber die Menschheit wird nicht wirklich etwas gegen sie unternehmen. Es wird nur Kosmetik betrieben. So lange das Thema en vogue ist, werden Lösungen gesucht und vielleicht einige sogar verwirklicht. Aber irgendwann interessiert sich keiner mehr für sie. Das Thema Klimawandel wird - wie so viele wichtige Themen - ausgelutscht, weggeworfen und vergessen. Bis zu dem Moment, in dem uns die Zukunft einholt!
Ein Artikel von
Nicole Kierer 23. Mai 2007
Die Geschehnisse um Jack Dawson gehen weiter. Im vergangenen Kapitel kam es endlich zum lang ersehnten Treffen. Jack erzählte ihm alles über seinen ominösen Traum. Wie wird Richard nun reagieren? Lesen Sie es hier…

7. Kapitel: KEIN GRUND ZUR SORGE
Als ich mit meiner Geschichte fertig war, lag Schweigen zwischen Richard und mir. Er hatte sich eine Zigarette angezündet, kratze sich hinterm Ohr und sah zu Boden. Ich hatte die Vorstellung, dass er jeden Moment aufschaut und anfängt zu lachen, aber das tat er nicht. Als er mich wieder ansah, hatte sein Gesicht einen besorgten Ausdruck angenommen.
“Okay”, sagte er.
“Ich muss zugeben, dass deine Geschichte schon etwas seltsam ist. Aber ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll. Ich meine, ich will damit nicht sagen, dass ich dir nicht glaube, aber… es kann viele Erklärungen dafür geben.”
“Ich weiß, Richard. Das ist mir klar. Aber ich hielt es dennoch für besser, es dir zu erzählen. Auch auf die Gefahr hin, dass du mich auslachst.”
“Und du bist dir ganz sicher, dass der Name, den sie geflüstert hat, Richard war?”
“Ja. Das war der Grund, warum ich dich unbedingt sehen wollte. Das und der Traum. Als du vorhin die Namen Diana und Annabella erwähntest, kam mir das einfach zuviel des Zufalls vor. Hast du sie tatsächlich versetzt, als du dich Sonntagabend mit mir treffen wolltest?”
“Ja. Claudia kam überraschend zu Besuch. Du weißt, wie selten ich sie sehe. Ich konnte sie nicht wieder wegschicken.”
Ich wusste, wie sehr er an seiner Schwester hing. Sie wohnte in Phoenix, und so sahen sie sich dementsprechend selten.
“Aber ich hatte Diana angerufen und sie meinte, es wäre kein Problem und wir haben uns einfach für morgen verabredet.”
“Wie hast du sie kennen gelernt?”, fragte ich.
“Sie ist mir buchstäblich in die Arme gelaufen. Ich war im Central Park joggen und habe sie in der Dunkelheit nicht auf mich zukommen sehen. Hab sie umgeworfen. Das war ganz schön peinlich. Ich fragte sie, warum sie Abends allein joggen ging, und betonte, dass das für eine Frau nicht ganz ungefährlich wäre. Sie sagte, dass sie keine Angst hätte. So kamen wir ins Gespräch. Ich bestand darauf, sie zu begleiten und habe ihr dann ein Taxi gerufen, welches sie nach Hause bringen sollte. Am nächsten Abend waren wir essen.”
“Hast du mit ihr geschlafen?”, fragte ich neugierig.
“Nein. Ich war nicht einmal in ihrer Wohnung. Nach dem Essen waren wir spazieren. Sie ist so anders, als die Frauen, mit denen ich mich sonst treffe. Sie erzählte mir von Annabella und wir redeten über New York. Dann sagte sie, dass sie nach Hause müsste, wegen Annabella. Wir haben uns zum Abschied geküsst, das war alles. Ich glaube, dass sie mich wirklich mag. Jedenfalls hat’s mich diesmal echt erwischt.”
“Hat sie dir gesagt, was sie arbeitet, wo sie her kommt, wie sie mit Nachnamen heißt?”
“Nein. Wo du mich jetzt fragst, das hat sie nicht. Und ich habe auch nicht danach gefragt.”
Er machte ein nachdenkliches Gesicht und sagte: “Es war ganz anders, als sonst.”
“Hast du vor, sie morgen wirklich zu treffen?”
“Ja. Auf jeden Fall. Ich muss ständig an sie denken. Ich kann es kaum erwarten, sie wieder zu sehen.”
“Richard, es wäre mir wohler, wenn du absagen würdest.”
Er sah mich entsetzt an. “Warum? Nur weil du dir irgendwas einbildest? Jack, wir leben in New York! Ich muss zugeben, dass die Ähnlichkeit der Namen schon etwas ungewöhnlich ist, aber es gibt nun mal mehr als eine allein erziehende Mutter hier.”
“Und der Traum?”
“Soll das ernsthaft ein Grund sein, mich nicht mit Diana zu treffen? Vielleicht brauchst du ein wenig Urlaub. Oder du solltest mehr unternehmen, unter Leute gehen. Wenn ich so leben würde wie du, würde ich auch irgendwann anfangen zu phantasieren.”
Wahrscheinlich hatte er recht. Ich sah ein, dass ich ihn nicht davon abhalten konnte, sich mit Diana zu treffen. Und ich konnte es ihm nicht verübeln. Würde ich mich aufgrund von Hirngespinsten davon abhalten lassen, mich mit einer Frau zu treffen, in die ich mich verliebt hatte? Nein, sicher nicht.
“Na schön”, sagte ich. “Das verstehe ich. Vielleicht hast du ja recht. Aber würdest du mir dennoch den Gefallen tun, mich anzurufen, nachdem du dich mit ihr getroffen hast?”
“Wenn du so viel Wert darauf legst. Ich hätte dich so oder so auf dem Laufenden gehalten.”
“Und du hältst mich nicht für geistesgestört?”
“Unsinn. Das kommt vor. Du wirst sehen, es besteht kein Grund zur Sorge.”
Er lächelte mich an. Und das brachte mich fast dazu, alle Zweifel in den Wind zu schlagen. Ich verstand, warum die Frauen auf ihn flogen. Er hatte+ das sonnigste Lächeln, das ich kannte.
Und es sollte das letzte Mal gewesen sein, dass ich es sah. Richard lief in sein Verderben und ich hatte nichts dagegen unternehmen können. Außer, ihm dorthin zu folgen…
Wie es weiter geht, erfahren Sie aufgrund des Feiertags erst in zwei Wochen. Das Kapitel 8 unseres Online Romans “Letzte Worte” erscheint somit am: 24.Mai.
Archiv:
1.Kapitel - JACK
2.Kapitel - DIANE
3.Kapitel - ISABELLA
4.Kapitel - KEIN ANRUF
5.Kapitel - NACHTGEDANKEN
6.Kapitel - RICHARD
Ein Artikel von
Marc Wulfers 10. Mai 2007
Eine Woche ist seit dem letzten Kapitel unseres Online Romans “Letzte Worte” vergangen. Im 6.Kapitel kommt es nun endlich zum ersehnten Treffen mit Kumpel Richard. Lesen Sie hier, was beim Treffen geschah…

6. Kapitel: RICHARD
Ich erreichte Richard am späten Vormittag, nachdem ich schon ein paar Mal versucht hatte, ihn anzurufen. Als er endlich abnahm, war ich unendlich erleichtert. Ich schaffte es sogar, ihn dazu zu überreden, sich noch am selben Tag mit mir zu treffen. Ich hielt es für klug, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, deshalb erzählte ich nichts von Diane und den anderen Dingen. Ich hatte immer noch die Hoffnung, dass das alles nur Einbildung war.
Richard wollte gegen 20 Uhr bei mir sein. Ich war den ganzen Tag nervös. Schließlich wusste man bei Richard nie, ob er wirklich auftauchte oder ihm nicht doch noch in letzter Sekunde “etwas dazwischen kam”. Ich beschäftigte mich eine Zeitlang damit, zu versuchen, die Schnittwunden irgendwie unauffälliger werden zu lassen. Ich entfernte die Pflaster und versuchte die Wunden mit einem Abdeckstift zu verbergen. Aber das Ergebnis sah fast noch schlimmer aus als vorher.
Ich verbrachte den Tag damit, meine Wäsche zu waschen, Hemden zu bügeln, sinnlose Talkshows anzusehen und meine Wohnung zu reinigen. Als die vereinbarte Zeit näher rückte, steigerte sich meine Nervosität auf ein Maximum und ich lief in der Wohnung auf und ab. Dann war es zehn nach acht und ich entschied mich gerade dafür bei Richard anzurufen, als es klingelte. Als ich die Tür öffnete, konnte ich kaum glauben, dass Richard leibhaftig vor mir stand. Aber er war es, da bestand kein Zweifel. Er ist ein großer, kräftiger Mann mit dunklem Lockenschopf und großen braunen Augen. Er sah fast aus wie ein Italiener (und führte sich Frauen gegenüber auch so auf). Er grinste mir entgegen und ich bemühte mich das Gleiche zu tun.
“Jack, alter Junge, schön, dich zu sehen.”
Er trat ein und wir umarmten uns (so, wie es unter Männern, sogar unter guten Freunden, üblich ist: kurz und schmerzlos; es war lediglich die körperlichere Verlängerung eines Händedrucks). Dann betrachtete er mich und sagte frei heraus, was er dachte: “Du siehst scheiße aus, Jack. Hast du mit irgendwem Ärger gehabt.”
“So ähnlich. Willst Du ein Bier oder so was?”
“Klar, warum nicht.”
Dann saßen wir im Wohnzimmer. “Tut mir Leid, wegen neulich Abend”, sagte Richard. “Mir ist da was ….”
“Ist schon vergessen”, sagte ich. “Jetzt bist du ja da, das ist doch schon ein Fortschritt.”
Er lachte kurz.
“Also, Jacky, dann erzähl mal, was mit deinem Gesicht geschehen ist und warum du mich so dringend sehen wolltest. Du hast einen sehr nervösen Eindruck am Telefon gemacht. Ich hoffe doch nicht, dass ich mir Sorgen machen muss, oder?”
Ich hasste es, wenn er mich Jacky nannte. Aber das tat er schon seit der Grundschule und nun war es zu spät ihm das auszureden. Ich nannte ihn dafür manchmal Richie, wenn ich ihn ärgern wollte.
“Dazu komme ich gleich”, sagte ich. “Aber vorher muss ich dich noch etwas fragen.”
“Schieß los.”
“Also, versteh das jetzt nicht falsch, aber wen wolltest du mir am Sonntagabend vorstellen?”
“Du wirst sie noch kennen lernen, Jack. Sie heißt Diana. Wir treffen uns morgen. Ich glaube, dass ich zum ersten Mal richtig verliebt bin. Weißt du, was das bedeutet?”
Ich konnte es mir ausmalen, es musste einer Revolution gleichkommen. Hatte er tatsächlich Diana gesagt? Ich war mir nicht sicher. “Wie war noch mal ihr Name?”
“Diana.”
Diana, dachte ich, das ist zumindest nicht Diane. Aber verdammt nahe dran.
“Ich habe ein Foto von ihr.”
Er kramte in seiner Jacke und holte sein Portemonnaie raus. Wenn er sogar ein Foto von ihr hatte, schien es ihm diesmal wirklich ernst zu sein. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit, dachte ich. Das Foto würde den eindeutigen Beweis für meine übersteigerte Phantasie liefern. Er reichte mir das Bild. Ich betrachtete es eine Zeitlang unschlüssig. Es brachte mir keine Sicherheit. Auf dem Foto war eine Frau zu sehen, die schlank und mittelgroß war. Sie trug ein rotes Abendkleid, hatte lange schwarze Haare und blasse Haut. Ihr Gesicht erschien mir seltsam unproportioniert. Als ich es im Geiste mit dem von Diane vergleichen wollte, gelang es mir nicht, weil ich mich kaum mehr an ihr Gesicht erinnern konnte. Aber trotzdem fand ich, dass sie sich auf eine gewisse Art und Weise ähnelten.
“Und, wie findest du sie?”, fragte Richard.
“Ungewöhnlich für dich”, gab ich zur Antwort.
“Ich weiß, aber sie hat etwas an sich. Irgendwie ist sie sehr geheimnisvoll. Nicht, wie die anderen Frauen. Sie hat eine kleine Tochter. Annabella.”
Ich erschauerte.
“Alles klar, Jack? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.”
“Richard”, sagte ich, “hör gut zu. Ich muss dir etwas erzählen.”
Sie wollen wissen, wie es weitergeht? Das Kapitel 7 unseres Online Romans “Letzte Worte” erscheint am: 10.Mai.
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5.Kapitel - NACHTGEDANKEN
Ein Artikel von
Marc Wulfers 3. Mai 2007
Deutschland lacht. Und wir lachen mit Ihnen. In unserer neuen Reihe “CliX’ verrückte Web-Welt” stellen wir Ihnen die besten, witzigsten und kuriosesten Videos im Internet vor. Diesmal unter anderem mit der “Tischtennisball-Kunst” und dem “Aussterben der Tokio Hotel Fans”. Aber schauen Sie selbst…
Tischtennisbälle. Klein aber oh ho!
Es ist schon unglaublich, was man mit so einem kleinen, weißen Ball alles machen kann. Jeder Wurf ein Treffer. Haben wir “die Herren der Bälle” gefunden?
Dass ein Tischtennisspiel nicht langweilig ist, beweisen uns diese beiden Verrückten/Könner. Wenn sich Neo und Mr. Smith in der Matrix um diesen Ball streiten würden, würde es sicher ähnlich aussehen…

Tokio Hotel forever - or never?
Tokio Hotel hat es schon nicht leicht. Das muss man den Magdeburger Jungs zugestehen. Schließlich müssen sie sich mit all den ganzen Gerüchten und Wahrheiten wie der Ärger in der Schule, Bills Gewichtsprobleme etc auseinandersetzen. Ebenso schwer hat man es aber auch als Fan der Gruppe. Ein junges Mädel namens Angie verschafft sich Gehör…

Böse Gerüchte in die Welt setzen und Skandale aufdecken - das lieben Tokio Hotel-Feinde! Vorwürfe und Kritik von Angie können und wollen sie nicht unbeantwortet lassen. Ist das der Auftakt eines neuen Rosenkriegs?

Schon viel zu viele Tiere sind in der Liste für bedrohte Tierarten eingetragen. Gehören die Tokio Hotel Fans bald auch dazu? Monatliche Zählungen ergeben eine rückläufige Populationsentwicklung. Sollten wir Angst um sie haben?

Improvisation höchster Klasse: Pommes und Ketchup mal anders verwertet
Es gibt Menschen die gehen zu McDonalds, weil sie zu Hause nicht fett genug essen können. Und die Preiserhöhung im April stört da auch nicht weiter. Dann gibt es aber auch Leute, die machen aus dem Essen Kunst. Was man aus Pommes und Unmengen an Ketchup alles zaubern kann, staunen Sie selber…

Knäckebrot Werbung - Einmal Zahnersatz bitte
Werbung kommt fast immer an den besten Stellen im Film. Doch denkt man selten nach wie viel Mühe ein solcher Werbeclip überhaupt macht. Es gibt Menschen, die würden alles tun, um den perfekten Clip zu vertonen - sogar ihre Zähne geben. Hoffentlich hat der Typ einen guten Zahnarzt…

Sie haben auch lustige und geniale Videoclips? Schreiben Sie diese einfach in unsere Kommentare.
Ein Artikel von
Tanja Noack 2. Mai 2007
Die Geschichte um Jack Dawson geht in eine neue Runde! Im letzten Kapitel erlebte Jack seinen bisher schrecklichsten Traum. Doch der Traum schien für ihn so wahr, dass seine Gedanken daran ihn zunächst um den Schlaf brachten. Lesen Sie hier, was er für eine böse Vermutung hat.

5. Kapitel: NACHTGEDANKEN
Ich desinfizierte die Schnittwunden, die alle glücklicherweise nicht tief waren, reinigte sie und klebte Pflaster darüber. Meiner Einschätzung nach musste nichts genäht werden und ich hoffte, dass keine Narben zurückblieben. Die Konturen meines Gesichtes waren unter den Pflastern kaum noch zu erkennen.
Spät in dieser Nacht saß ich in meiner Küche, mit einem Glas Scotch, hatte Kopfschmerzen und wusste nicht mehr, was Realität war und was meiner Phantasie entsprang. Herrgott, was hatte ich da getan? Mir in einer Art Trancezustand aus Spaß das Gesicht verschandelt? Aber das erschien mir nicht als das Schlimmste. Das Schlimmste war der Traum gewesen. Und noch schlimmer war es, dass er mir gar nicht wie ein Traum vorgekommen war, sondern eher wie eine Vision, an der ich aktiv teilgenommen hatte.
“Das war eindeutig Richard”, sagte ich in die Stille der Wohnung hinein. Dieses Bündel blutigen Fleisches, das war er gewesen. Ich nahm mein Handy und wählte seine Nummer. Als sich die Mailbox meldete, legte ich auf und wählte dann seine Festnetznummer. Nach dem zehnten Klingeln gab ich es auf. Was verlangst du denn, fragte meine innere Stimme. Es ist drei Uhr nachts, normale Leute schlafen um diese Zeit und zerschneiden sich nicht, nur weil sie ein wenig angetrunken sind, das Gesicht. “Halt die Klappe”, gab ich zur Antwort. Ich würde Richard gleich morgen früh anrufen, nachdem ich mich bei der Arbeit für die restliche Woche krank gemeldet hatte. Ich konnte mich unmöglich in dieser Freddy Krueger-Aufmachung dort blicken lassen. Ich würde Richard einfach erzählen, was mir widerfahren war und froh sein, wenn er mich auslachte. Denn wenn er lachte, war er wenigstens noch am Leben und ich nur ein wenig geistesgestört.
Er hat mich versetzt, Jack. Man versetzt eine Dame nicht, oder, Jack? Nein, das gehört ganz und gar nicht zum guten Ton.
Nun, es gehörte auch nicht zum guten Ton, Leute, die einen versetzten, gleich abzuschlachten. Dann verband sich der Satz, den Diane in meinem Traum gesagt hatte, mit der Erinnerung an Sonntagabend und mir war, als ginge mir ein Licht auf. Es war so offensichtlich, dass ich gar nicht daran gedacht hatte.
“Natürlich. Richard war mit Diane verabredet. Sie war seine neue Flamme gewesen. Und er hat sie und mich versetzt”, sagte ich mir. Zugegeben, das ergab irgendwie schon einen Sinn, aber ich musste vorsichtig sein. Wenn ich Wert darauf legte, wenigstens halbwegs bei klarem Verstand zu bleiben, durfte ich keine voreiligen Schlüsse ziehen, sondern musste den Morgen abwarten. Was es bedeuten würde, wenn sich meine Vermutung als richtig erwies, wollte ich mir gar nicht ausmalen.
Was machst du, wenn Richard morgen auch nicht abnimmt, oder sich nicht mit dir treffen will?, fragte meine innere Stimme. “Nun, irgendwie werde ich es schon schaffen, ihn zu sehen. Und wenn er nicht zu erreichen ist…” Ich wollte es nicht aussprechen. Aber wenn Richard tatsächlich nicht zu erreichen war, dann musste ich zu Diane gehen. Und zwar am Tage. Ich sträubte mich gegen diesen Gedanken, aber etwas anderes würde mir dann nicht übrig bleiben. Aber soweit würde es nicht kommen. Alles würde sich aufklären. Das Problem war nur, dass ich nicht glaubte, dass es wirklich so einfach war. Die Schnittwunden in meinem Gesicht sprachen eine andere Sprache.
Schließlich entschied ich mich doch dazu, ins Bett zu gehen. Ich hatte Angst davor, wieder zu träumen oder möglicherweise zu schlafwandeln, aber ich war dennoch völlig erschöpft. Ich nahm zwei Aspirin, hielt meinen Kopf unter die Spüle und schluckte die Tabletten hinunter. Dann ging ich ins Schlafzimmer und zog mich aus. Ich verriegelte das Fenster und schloss die Tür ab; den Schlüssel legte ich unter mein Kopfkissen. Nur zur Sicherheit. Auch die Nachttischlampe ließ ich brennen.
Es dauerte sehr lange, ehe ich einschlief. Ich wälzte mich hin und her, dachte an Diane, Isabella und Richard. Einmal war ich schon fast eingeschlafen. Ich streckte den Arm zur Seite aus und schrak aus dem Halbschlaf auf. Ich hatte geglaubt, die kalte und wächserne Oberfläche von Dianes Körper gespürt zu haben, aber dort war natürlich nichts gewesen. Danach versuchte ich einen Artikel in einer Zeitschrift zu lesen, um mich abzulenken, aber es gelang mir nicht. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Letztendlich lag ich auf dem Rücken und starrte zur Decke empor. Als es zu regnen anfing, beruhigte mich das Geräusch des Regens, das gegen die Scheibe des Fensters trommelte, ein wenig. Ein schwacher Gedanke kam mir in den Sinn. Es war die Erinnerung daran, wie meine Mutter mir immer Kakao gemacht hatte, wenn es regnete. Wir hatten dann immer im Wohnzimmer gesessen und Spiele gespielt. Der Gedanke verschwand und am Ende schlief ich doch ein.
Als ich am nächsten Tag aufwachte, wusste ich nicht, ob ich geträumt hatte oder nicht. Und dafür war ich dankbar…
Sie wollen wissen, wie es weitergeht? Das Kapitel 6 unseres Online Romans “Letzte Worte” erscheint am: 3.Mai.
Archiv:
1.Kapitel - JACK
2.Kapitel - DIANE
3.Kapitel - ISABELLA
4.Kapitel - KEIN ANRUF
Ein Artikel von
Marc Wulfers 26. April 2007
Eine Woche musste man warten - nun ist es endlich da: das vierte Kapitel des Online Romans “Letzte Worte”. Im vergangenen Teil verbrachte Jack eine schreckliche Nacht mit Diane und lernte das geheimnisvolle Mädel Isabella kennen. Diese Nacht hinterließ bei Jack Spuren…Lesen Sie hier, was im vierten Kapitel passiert.

4. Kapitel: KEIN ANRUF
Als ich in dieser Nacht nach Hause kam, war ich sofort vollkommen erschöpft ins Bett gefallen. Die Lampe auf meinem Nachttisch ließ ich brennen. Ich fürchtete, dass das kleine Mädchen, Isabella, plötzlich in der Dunkelheit neben meinem Bett auftauchen würde. Ich schlief unruhig, wälzte mich hin und her und stieg schließlich um fünf Uhr morgens aus den nassen Laken, um eine kalte Dusche zu nehmen. Danach saß ich in meiner Küche, hatte eine Tasse starken Kaffees vor mir stehen und rauchte Zigarette. Im Radio hatten sie Regen angesagt, jetzt lief ein Song von Huey Lewis & The News. Ich war nervös und konnte einfach nicht vergessen, was am Vorabend geschehen war. War es tatsächlich geschehen oder war ich betrunkener gewesen, als ich gedacht hatte? Nein! Zumindest war ich mir einer Sache vollkommen klar: Der Name, den Diane im Schlaf geflüstert hatte, war Richard gewesen. Ich weiß, in New York City gibt es wahrscheinlich Tausende von Männern, die diesen Namen tragen, aber etwas seltsam war das ganze schon. Und diese anderen Dinge… Diese ekelhafte Veränderung, die ich an Diane zu beobachten geglaubt hatte, ihre seltsame, unnahbare und unbeteiligte Art. Und vor allem Isabella…
Ich fuhr mit der U-Bahn zur Arbeit und sah in die Gesichter der Schlipsträger, Zeitungsleser, Manager, Broker und Rechtsanwälte, in deren Riege ich mich einreihte. Würde mir auch nur einer von ihnen glauben, wenn ich ihm die Ereignisse schilderte, die mir am vorherigen Abend widerfahren waren? Ich bezweifelte es. Sie sahen alle so normal aus wie jeden Morgen: verschlafen, grimmig und verquollen, aber vollkommen normal. Keine Anzeichen, dass einer von ihnen ein Ufo gesehen hatte oder Bigfoot begegnet war.
Im Büro trank ich den nächsten Kaffee. Den ganzen Tag über war ich unkonzentriert. Ein paar Mal nahm ich sogar den Hörer nicht ab, wenn das Telefon klingelte. Ein abwegiger Gedanke schwebte mir im Kopf herum. Ich musste Richard anrufen. Dann meldete sich meine innere Stimme zu Wort: Was willst du ihm sagen? Dass du gestern Abend mit einer schrägen Frau gevögelt hast, die hinterher eingeschlafen ist und den Namen eines anderen Mannes geflüstert hat? Aber darum ging es mir gar nicht. Entscheidend war mein Bauchgefühl und das bestand aus einem stetigen unangenehmen Grollen, das mir den Appetit verdarb.
Ich rief an diesem Tag nicht bei Richard an. Stattdessen beschloss ich, die ganze Sache einfach zu vergessen. Meine Nerven waren einfach angeschlagen, ich arbeitete zu viel, das war alles. Und es stimmte nicht einmal. Ich ging zwei Stunden vor Feierabend nach Hause, bestellte mir eine Käse-Pepperoni-Pizza und trank, während ich mir die Larry King Show ansah, vier Flaschen Bier. Ich nickte auf der Couch ein und war plötzlich wieder in Dianes Wohnung.
Zuerst saß ich in ihrem Wohnzimmer auf dem alten Sofa. Dann hörte ich aus einem Winkel der Wohnung ein leises Kichern und stand auf.
“Isabella?”, rief ich, aber niemand antwortete.
Ich ging in den kleinen Flur und sah in einer Ecke, achtlos auf dem Boden liegend, den Teddybären. Mittlerweile hing auch das andere Auge an einem Faden herab, was in mir ein seltsames Gefühl des Mitleids verursachte. Die Tür zum Schlafzimmer war einen Spalt geöffnet und ich sah ein schwaches rotes Licht, das in den Flur fiel.
Ich öffnete sie langsam und sah mich einer grausamen Szenerie gegenüber:
Auf dem Bett lag ein nackter, blutverschmierter Körper. Er wand sich und bebte, als würde er von Strom durchflossen. Vom Bett tropfte Blut und lief in einem kleinen Rinnsal auf mich zu. Isabella saß nackt auf der Bettkante und sah mich kichernd an. Sie streichelte mit einer Hand den blutigen Kopf des Körpers, als liebkoste sie einen Geliebten.
“Hallo, Jack. Du bist ja doch wieder gekommen.”
Dann flüsterte der zuckende Körper einen Satz. Röchelnd presste er die Worte: “Jack, bitte hilf mir doch, um Himmels Willen.”
Ich stand wie angewurzelt da und wusste, wer dieser blutige Körper war. Ich erkannte ihn an dem dunklen Lockenschopf, durch den Isabellas Hand fuhr. Dann hörte ich hinter mir Schritte und drehte mich um. Diane kam auf mich zu. Auch sie war vollkommen nackt. Ihr eingefallener Körper glich der einer alten Frau, aber ihr Schritt war so leichtfüßig, als schwebte sie.
“Was hat das zu bedeuten?”, flüsterte ich.
Sie blieb vor mir stehen und ich nahm einen üblen Geruch war, der in meiner Assoziation verbrannter Menschenhaut gleichkam.
“Er hat mich versetzt, Jack”, sagte sie mit zuckersüßer Stimme. “Man versetzt eine Dame nicht, oder, Jack? Nein, das gehört ganz und gar nicht zum guten Ton.”
Dann war sie plötzlich verschwunden und ich erwachte in meinem Bad, vor dem Spiegel stehend. Mein Körper zitterte und meine Beine wollten unter mir nachgeben. Der Spiegel gab ein abscheuliches Bild wieder. Im ganzen Gesicht hatte ich Schnittwunden, aus denen Blut floss, das in das Waschbecken tropfte. In einer Hand hielt ich eine blutverschmierte Rasierklinge…
Sie wollen wissen, wie es weitergeht? Das Kapitel 5 unseres Online Romans “Letzte Worte” erscheint am: 26. April.
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1.Kapitel - JACK
2.Kapitel - DIANE
3.Kapitel - ISABELLA
Ein Artikel von
Marc Wulfers 19. April 2007
Nach einer kurzen Pause durch Ostern geht es nun weiter mit dem theCliX.com Horror-Online-Roman “Letzte Worte”. Nachdem Jack im zweiten Teil Diane kennen gelernt hat, wird es nun sehr erotisch bei ihr zu Hause. Aber lesen Sie selbst…

3. Kapitel: ISABELLA
Wir gingen zu ihr. Sie sagte, dass sie niemals zu Fremden mit ging. Jedenfalls nicht beim ersten Treffen. Ihre Wohnung befand sich im obersten Stock eines alten Hauses, das dringend eine Renovierung nötig gehabt hätte. Wir waren eine Weile die “Fifth Avenue” entlang gegangen und dann in eine Seitenstraße eingebogen, die in eine andere Welt zu gehören schien. Als wir die Stufen zu ihrer Wohnung hinauf gingen, sagte ich, dass es ungewöhnlich still wäre und fragte sie, ob sie die einzige sei, die hier wohnte.
“Fast. Im zweiten Stock wohnt noch eine alte Frau. Ich habe die Wohnung genommen, weil ich mir momentan nichts besseres leisten kann”, sagte Diana.
Ich wusste selber, dass die Preise in Manhattan astronomisch waren. Auch ich hatte nur eine kleine Zwei-Raumwohnung, für die ich im Monat knapp 800 Dollar hinblättern musste. Ihre Wohnung war dunkel, selbst, als sie das Licht angemacht hatte. Wir saßen in ihrem Wohnzimmer, in dem nur ein altes Ledersofa, ein Sessel und ein Tisch standen. Die Wände waren kahl. Kein Fernseher, keine Stereoanlage, nicht einmal ein Bücherregal. Nicht gerade schön, aber andererseits war ich ja auch nicht hergekommen, um mich häuslich niederzulassen.
Wir hatten den ganzen Abend nur über Belanglosigkeiten geredet. Ich hatte weder erfahren, wo sie herkam, noch, was sie tat oder wie alt sie war.
“Das können wir uns schenken, findest du nicht auch, Jack? Das macht es nur kompliziert”, hatte sie gesagt. Mir war es egal. Mein Interesse an ihr ging nicht über das Sexuelle hinaus. Ich wusste, dass ich sie haben wollte (gab hinterher dem Alkohol die Schuld dafür), und wenn der Weg zum Ziel kürzer war, als sonst, sollte es mir recht sein. Diane hatte zwei Bier aus der Küche geholt und sich dann neben mich aufs Sofa gesetzt. Ich fühlte mich benebelt. Die ganze Atmosphäre hatte etwas Unwirkliches an sich. Als wir uns zu küssen begannen, wurde dieses Gefühl noch verstärkt. Ihre Lippen erschienen mir kalt, ihre Zunge fordernd, als suchte sie etwas. Ich packte sie an den Schultern, aber sie schob mich mit einem Mal von sich.
“Warte. Eines muss klar sein, Jack. Du kannst auf keinen Fall hier schlafen. Wenn es vorbei ist, wirst du gehen.” Sie blickte mich fragend an.
Ich dachte fast, sie wäre wütend, so stechend war ihr Blick.
“Klar”, sagte ich. Es war mehr ein Stöhnen, als eine Antwort. Dann war sie vom Sofa aufgestanden und hatte eine meiner Hände ergriffen. “Komm.” Sie führte mich ins Schlafzimmer, das ebenso kahl war, wie der Rest der Wohnung. Das Bett war der einzige Gegenstand im Raum. Von der Decke hing eine nackte Glühbirne, die rotes Licht in das Zimmer warf. Aber darauf achtete ich nur am Rande. Wir zogen uns aus und als ich damit fertig war, lag sie schon vollkommen nackt auf dem Bett. Ihr graziler Körper sah so zerbrechlich aus, als wäre er aus Marmor gemacht. Ein Teil von mir wollte sie nicht berühren, aber ich tat es doch. Die ganze Zeit über war sie seltsam unbeteiligt. Als ich in sie eindrang, glaubte ich, ein schwaches Stöhnen zu hören, aber ich war mir nicht sicher. Irgendwann achtete ich nicht mehr auf sie und als es schließlich vorbei war und ich neben ihr lag, mit einer Zigarette im Mund, fragte ich mich, was der Sinn dieser ganzen Aktion gewesen war. Es hatte nichts Aufregendes an sich gehabt; ich hätte ebenso gut zu Hause bleiben und das tun können, was ich jeden Abend tat, wenn ich duschte. Diane sagte nichts. Als ich mich zu ihr drehte, hatte sie die Augen geschlossen.
“Diane?” Keine Antwort. Ich fragte mich, was ich überhaupt an ihr gefunden hatte. Im “Wellingtons” war sie mir attraktiv und interessant erschienen. Aber als ich sie nun in diesem kalten Licht nackt neben mir liegen sah, fand ich sie sogar abstoßend. Es war fast so, als hätte sie sich vom schönen Schwan zum hässlichen Entlein zurückentwickelt. Ihre Haut hatte eine graue Färbung angenommen, ihr Körper erschien mir irgendwie verschrumpelt und kleiner, als wäre er verwelkt. Ihr Gesicht sah faltig aus und dunkle Schatten lagen darüber. Aber das konnte ebenso gut Einbildung sein. Das Licht der Glühbirne war sehr schwach. Ich berührte sie an der Schulter, wollte ihr sagen, dass ich jetzt gehen würde. Sie fühlte sich kalt an und nun ekelte ich mich regelrecht vor ihr. Sie wachte nicht auf, aber sie flüsterte etwas im Schlaf. Es war ein Name: Richard. Ich konnte es deutlich hören.
Schnell zog ich mich an. Dann ging ich in das kleine Bad, beugte mich über das Waschbecken und warf mir eine Handvoll Wasser ins Gesicht. Mir war übel. Als ich in den Spiegel sah, schrak ich zusammen und drehte mich blitzschnell um. Ein kleines Mädchen stand im Türrahmen und sah mich an. Sie hatte langes, schwarzes Haar und ihre Augen hatten einen seltsamen Glanz. Das Schlimmste aber war, dass sie vollkommen nackt war und einen alten, dreckigen Teddybären im Arm hielt, dessen eines bernsteinfarbenes Auge an einem Faden herab hing.
“Hallo, Jack.” Ihre Stimme war die einer erwachsenen Frau.
“Wer bist du?” Ich spürte, wie meine Nackenhaare sich sträubten, aber irgendetwas musste ich ja schließlich sagen.
“Mein Name ist Isabella.”
“Gut. Ich muss jetzt gehen, Isabella.”
Sie stand im Türrahmen und sah mich weiter an. Für einen Augenblick hatte ich die verrückte Idee, dass sie mich nicht aus dem Bad lassen würde, aber sie trat beiseite und machte ein trauriges Gesicht, das mir seltsam gespielt aussah.
“Schade. Kommst du bald wieder?”
“Ich… Nein, ich denke nicht.”
Dann ließ ich sie stehen und ging zur Eingangstür der Wohnung.
“Bis bald, Jack”, rief sie mir hinterher.
Dann hörte ich ein Kichern. Ich öffnete die Tür, trat hinaus und schlug sie hinter mir zu. Dann rannte ich die Treppe hinunter und immer weiter, bis ich wieder auf der “Fifth Avenue” war und mich in den Rinnstein erbrach…
Ja und wie es weitergeht, erfahren Sie im 4. Kapitel unseres Online Romans “Letzte Worte”. Kapitel 4 erscheint am 19.April !
Archiv:
1.Kapitel - JACK
2.Kapitel - DIANE
Ein Artikel von
Marc Wulfers 12. April 2007
Übergangsmänner sind was Schönes. Nicht unbedingt für sie selbst, aber für uns Frauen auf jeden Fall. Sie werden aber lediglich Gefallen an dieser Rolle finden, wenn sie sich nicht in uns verlieben…
Übergangsmänner brauchen wir dann, wenn uns einer der fiesen Kerle mal wieder das Herz gebrochen hat oder wir uns selbst von einer langen Beziehung verabschiedet haben.
Man ist innerlich noch dabei die vergangenen Wochen und Monate zu verarbeiten. Emotional betrachtet besteht keinerlei Möglichkeit, dass wir uns gleich wieder verlieben, selbst wenn wir meinen, wir könnten es. Aber die verlorene Zuneigung und täglichen Streicheleinheiten fehlen uns sehr und wir wollen einfach nicht allein auf dem Sofa sitzen und uns “Nur die Liebe zählt” reinziehen. Wir wollen einen starken Arm, der sich um uns wickelt und den Abend versüßt.
Wenn man ein recht offener Mensch ist und den ersten Schmerz der Trennung verkraftet hat, fällt es auch nicht mehr so schwer einen neuen Mann kennen zu lernen. Ist dieser gefunden, kann er gleich in die Pole-Position des Übergangsmanns einsteigen und uns auf dieser Fahrt begleiten. Ein wenig gemein ist es schon, aber ich würde mal behaupten, dass mindestens 90 Prozent der Frauen dies unterbewusst und nicht mit böser Absicht machen.
Blöd und kompliziert wird es nur, wenn sich der Auserwählte in uns verliebt und plötzlich von einer gemeinsamen Zukunft schwärmt. Was soll denn das?! - Wenn man mal einen Übergangsmann hat, dann gleich einen der kompliziert ist und uns mit Gefühlen kommt. Wäre er mal früher oder gar nicht aufgetaucht!
Aber da sitzt er nun: Gut aussehend, verliebt drein schauend und die Arme geöffnet, um mit uns auf Wolke 7 zu schweben. An sich der absolute Jackpot, der Traumtyp schlecht hin und das vor allem, weil er sich gerade in UNS verliebt hat. Aber es passiert nichts, die Schmetterlinge fangen nicht an zu tanzen, die Welt erscheint nicht rosarot und “Nur die Liebe zählt” finden wir gerade kitschig und unrealistisch.
Bis wir auf den Trichter kommen, dass wir grade einen Übergangmann neben uns sitzen haben, dauert es ein wenig. Manchmal merken wir es gar nicht, sondern beschäftigen uns stattdessen damit, dem Kerl seine Gefühle wieder auszureden oder flüchten uns in ein “Ich brauche noch ein wenig Zeit”. Dass wir auf die großen Emotionen warten können, bis die Welt untergeht, realisieren wir erst gar nicht.
Schlimm wird es dann, wenn wir wirklich festhängen. Denn der Kerl wäre es wert, keine Frage, doch ihm was vormachen - nein das können wir einfach nicht. Rationales Handeln tritt in den Hintergrund und wir fühlen uns einfach nur schlecht. Denn ausgerechnet dieser Kerl beschließt auch noch, um uns zu kämpfen! Wie oft haben wir uns gewünscht, dass sich ein Kerl mal für uns zum Affen macht und jetzt so was! Eine Zwickmühle aus der wir uns gern heraus schleichen würden, um die vergangenen Tage zu vergessen.
Sollte es dann noch nicht bei uns geklingelt haben, gehören wir wohl zu den 10 Prozent der Frauen, die den Übergangsmann ausnutzen und ihn für den Rest der Frauenwelt versauen.
Wenn wir doch begreifen sollten, was da nicht richtig läuft, wäre es wohl angebracht, ganz eindeutig, mit ein wenig Solidarität und weniger Egoismus, die Sache zu beenden, damit beide ihren Seelenfrieden wieder herstellen können.
Ein Artikel von
Annette Weber 10. April 2007
Anfangs mit Indie-Sound durchgestartet, besteht die Musik heute vorwiegend aus Pop- und Rockelementen: TELE - das sind 6 Jungs aus Baden-Württemberg. Derzeit sind sie mit ihrem dritten Album auf dem Markt. “Wir brauchen nichts” heißt es. Mit drauf ist der Titel “Mario“, mit dem die Band auch beim BundesVision Songcontest antrat.
Wir konnten mit dem Schlagzeuger von TELE, Stefan Wittich, in unserer Reihe “10 Fragen” sprechen…
#1# Ihr habt beim BundesVision Songcontest euer Bundesland Baden Württemberg vertreten. Wie kam es dazu?
Stefan von Tele: Die Redaktion von Stefan Raab kannte uns schon von unserem ersten Album “Wovon sollen wir leben” und hat uns zuerst nach einem Song der alten Platte gefragt. Wir haben ihnen dann mitgeteilt, dass wir ein neues Album machen und “Mario” hatten wir schon fast fertig. Also haben wir Stefan Raab “Mario” geschickt und er fands super.
#2# Das Resultat: der 10.Platz. Was denkt ihr: Was hat euch der Auftritt gebracht?
Stefan von Tele: Sicher eine größere Öffentlichkeit. Wir hatten viele Gästebucheinträge von Leuten, die noch nie was von uns gehört haben und sich jetzt das Album gekauft haben. Dafür ist das gut. Chicks, Kicks und Gigs.
#3# Neben den Gästebucheinträgen: Gab es direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auch Feedback von den Anderen?
Stefan von Tele: Ja “der Untergang des Abendlandes”. Wir waren ja schon davor mit Mia, Beatplanet und Anajo befreundet und haben uns danach gegenseitig bemitleidet.
#4# Wie ihr auf eurer Internetseite schreibt, kümmert sich Francesco bei euch um die Texte. Beschreib doch mal wie ein Song entsteht? Gibt es bei euch bestimmte Rituale?
Stefan von Tele: Ja Francesco kümmert sich und die Texte, wir gießen derweil die Pflanzen. O.K. mal im Ernst. Ja, wir haben ein gegenseitiges Vertrauen, dass aus dem musikalischen Dialog super Songs entstehen. Manchmal jammen wir einfach drauf los, manchmal kommt aber auch einer mit einer vagen Idee oder einem Riff oder einem ganzen Song. Francesco benutzt dann seine Stimme ebenfalls wie ein Instrument. Und die Texte schreibt er später, aber meistens diktiert ihm die erste Idee schon die Geschichte.
#5# Was die Wenigsten wussten: Ihr seid bereits Support-Act von Juli, Wir sind Helden oder Phönix gewesen. Gibt es Bands / Künstler mit denen ihr auch gerne auftreten würdet?
Stefan von Tele: Patrick mit Gillian Welch, Jörg mit Joe Zwaniful, Francesco mit Bob Dylan, Martin mit Prince, Tobias mit Beck, Oli (unserer Mischer) mit Sting und ich mit Me´shell Ndegeocello.
#6# … und mit welchen überhaupt nicht?
Stefan von Tele: Mit Florian Silbereisen (kam gerade im Fernsehen). Da gibt’s natürlich einige. Es gibt auch einfach Musikstile mit denen wir nicht können. Wir finden allerdings auch ein paar Bands eher bescheiden, die von der Musikerpolizei für gut befunden werden.
#7# “Deutschland sucht den Superstar” geht in die Mottoshows. Künstler kommen und gehen hier. Was ist eure Meinung von Castingshows?
Stefan von Tele: Das schlimme an Castingshows ist, dass man sich auf Kosten weniger talentierte Menschen amüsiert und ihre Schwächen zur Schau stellt. Auch Bild und Leben eines Künstlers werden total verfälscht.
#8# Schaut ihr es euch an? Und habt ihr einen Favoriten?
Stefan von Tele: Klar bleibt man da mal für 5min. hängen, aber die Namen haben wir leider nicht am Start. Aber sobald die Umarmungsorgien beginnen, muss ich abschalten.
#9# 2000 habt ihr die Band in Freiburg gegründet. Wie kam es denn zur Bandgründung? Und was hat der Name “TELE” auf sich?
Stefan von Tele: Wir waren Freunde und kannten uns schon länger aus anderen Bands. Tele ist ein relativ unverfänglicher Bandname. Damit bleiben wir natürlich stilistisch handlungsfähig. Mit Tele könnte man theoretisch von Afropop bis Electro alles machen. Bei Slayer, Manowar, Cradle of Filth, Jazzmatazz, Funkyourself, Skatilizer, Disposable Hereoes of Hiphop, Funky Fingers, Skastadt, Destruction, Skaos, Defunkt, Apokalyptica, Haß, Groovin´ etc. verhält sich das sicher ein wenig anders.
#10# Derzeit lebt ihr in Berlin. Ein Titel auf eurem neuen Album heißt “Bye, bye, Berlin”. Was hat es damit auf sich?
Stefan von Tele: Kleiner Sherlock Holmes oder was? Stimmt, Jörg plant nach Grönland auszuwandern. Weil da im Moment einiges geht - Gletschermäßig.
Vielen Dank für das nette Interview vom kleinen Sherlock Holmes.
Neugierig geworden? Wenn Sie weitere Infos zu TELE und dem neuen Album möchten, finden Sie diese auf der offiziellen Seite der Band.
Ihre Meinung ist gefragt: Wie finden Sie die Band TELE und das Interview mit Stefan Wittich? Oder haben Sie weitere Vorschläge für Interview-Gäste? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare.
Ein Artikel von
Denis Kräupziger 29. März 2007
Nachdem am vergangenen Donnerstag der erste Teil der ersten Online Romans erschien, geht es nun weiter mit “Letzte Worte” - eine spannende Geschichte um Jack Dawson. Lesen Sie hier das zweite Kapitel…

2. Kapitel: DIANE
Es war Sonntagabend, genau vor einer Woche, als ich sie traf. Ich hatte den ganzen Vormittag im Bett gelegen und dem Herbstregen gelauscht, der gegen die Scheibe meines Schlafzimmerfensters trommelte. Es gab keine Veranlassung aufzustehen. Ich hatte nichts zu tun und war erst am Abend mit Richard verabredet, der mir seine neueste Eroberung vorstellen wollte. Eigentlich mochte ich es nicht, zu dritt essen zu gehen. Besonders wenn man mit einem Pärchen essen geht, kommt man sich oft überflüssig vor. Aber Richard war unerbittlich gewesen. “Sie ist großartig, du wirst sie mögen”, hatte er mir am Telefon versichert. Das bezweifelte ich. Richard war ein Windhund und sein Interesse für Frauen verebbte meist nach kurzer Zeit wieder.
Nach zwölf Uhr war ich aufgestanden, hatte geduscht, gefrühstückt und bis zum Abend gelesen. Um acht Uhr hatte ich mich auf den Weg ins “Wellingtons” gemacht, einem schicken und völlig überteuerten Restaurant, das nur ein paar Blocks entfernt war, und in dem ich mit Richard und seiner neuen Flamme verabredet war. Es regnete immer noch, als ich aus dem Haus trat. Ich hatte keinen Schirm mit und ging schnell, sodass ich zwanzig Minuten vor der vereinbarten Zeit da war. Der Oberkellner, der sein Haar streng nach hinten gekämmt hatte und eine rote Weste und einen albern wirkenden, gezwirbelten Schnurrbart zur Schau trug, führte mich an einen freien Tisch, der sich in der Mitte des Saales befand. Ich bestellte mir einen Martini und fühlte mich beobachtet. Ständig schaute ich zum Eingang und die Zeit schien sich zu dehnen. Die Geräuschkulisse, die die verhaltenen Stimmen der anderen Gäste bildete, kam mir unwirklich vor. Lachsgeruch drang mir in die Nase und leise klassische Musik rieselte aus den Lautsprechern an der Decke auf mich herab. Dann klingelte mein Handy und für einen kurzen Moment verstummten die Gespräche an den Tischen in meiner Nähe. Ich merkte, wie ich rot wurde. “Ja?”, sagte ich.
“Ja, Jack? Hier ist Richard. Hör zu, alter Junge, es tut mir leid, aber wir müssen unser kleines Essen zu dritt verschieben.” Er klang irgendwie aufgedreht. Im Hintergrund konnte ich das hysterische Lachen einer Frau hören.
“Warum? Ich warte schon eine ganze Weile auf euch. Hättest du nicht eher bescheid sagen können?”
“Nein, ähm. Es hat sich kurzfristig was ergeben, weißt du. Ich erklärs dir nächstes Mal. Sei nicht sauer, okay?”
Und dann hatte er ohne ein weiteres Wort aufgelegt. “Schöne Bescherung”, flüsterte ich vor mich hin. Ich bezahlte den Martini und ging zur Bar hinüber. Dort setzte ich mich auf einen Hocker, von dem aus ich den Eingang sehen konnte, und bestellte mir einen Whisky. Pur natürlich! Meine Laune war schon so nicht besonders gut gewesen, aber nun verspürte ich geradezu ein Gefühl, das fast Wut gleichkam.
Als ich den zweiten Whisky trank, trat eine Frau durch die Eingangstür, und vertrieb mir plötzlich alle Gedanken an Richard aus dem Kopf. Sie fiel mir sofort auf. Sie war mittelgroß, hatte eine blonde Lockenmähne, blasse Haut, ein ernstes Gesicht und schwebte wie ein Geist durch den Saal. Sie ging zum Pult des Oberkellners, sprach mit ihm, machte ein verärgertes Gesicht und ging dann schnellen Schrittes auf die Bar zu. Sie kam direkt auf mich zu und sah mir dabei in die Augen. Es waren blaue, blasse und traurige Augen. Dann stand sie plötzlich wie eine Erscheinung neben mir.
“Ist hier noch frei?”
Ihre Stimme war fester und tiefer, als es ihr schlanker Körper vermuten ließ. Sie trug ein elegantes schwarzes Abendkleid. Ihre Haut kam mir wie Wachs vor.
“Ja, natürlich. Setzen Sie sich ruhig.”
Sie bestellte sich einen Whisky und steckte sich dann eine Zigarette an. Ich fragte mich, warum sie sich ausgerechnet neben mich gesetzt hatte. Schließlich war die ganze Bar frei gewesen. Ihre Nähe ließ mich unsicher werden. Ich kam mir fast schäbig neben ihr vor, in meinem schlichten Anzug. Dann drehte sie sich zu mir.
“Zigarette?”
“Ja, warum nicht.”
Ich nahm sie und sie gab mir Feuer. Ihre Hände waren sehr schlank und perfekt manikürt. Ich sah keinen Ring an ihnen. “Sie sehen aus, als wären Sie versetzt worden”, sagte sie.
“Und Sie?”, fragte ich.
“Ja.”
“Na ja, das hat ja auch sein Gutes. Sonst hätte ich nicht das Vergnügen, mit so einer bezaubernden Frau hier zu sitzen.”
Sie lachte. Es kam mir vor wie der Klang von Kirchenglocken. Rein und klar.
“Wie ist Ihr Name?”
“Jack-” Ich kam nicht dazu, ihr auch meinen Nachnamen zu nennen.
“Jack. Freut mich. Mein Name ist Diane.”
“Okay. Diane. Das ist ein schöner Name.”
Sie lachte wieder.
Wie es weitergeht, erfahren Sie im 3. Kapitel unseres Online Romans “Letzte Worte”. Aufgrund Ostern erscheint Kapitel 3 erst eine Woche später - am 12.April!
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1.Kapitel - JACK
Ein Artikel von
Marc Wulfers 29. März 2007
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